Eine Quellenangabe zeigt, woher eine Aussage stammt. Sie sagt allein noch nicht, wie verbindlich, aktuell oder weitreichend diese Aussage ist. Deshalb prüft Einfach AEVO neben der Quelle auch ihren Geltungsbereich und ihre Stellung gegenüber anderen Belegen.
Primärquelle vor Zusammenfassung
Für bundesweite Rechtsregeln nutzen wir zuerst Gesetze und Verordnungen. Für die konkrete Prüfungspraxis kommen aktuelle Unterlagen der zuständigen Stelle hinzu. Fachliche Empfehlungen werden als Empfehlungen benannt. Eine regionale Regel wird nicht zu einer bundesweiten Aussage verallgemeinert.
Quellenhierarchie nach Aussageart
Die Quellenhierarchie richtet sich nach der Art der Aussage. Ein Blogbeitrag kann eine gute Nutzerfrage sichtbar machen, aber keine gesetzliche Regel belegen. Eine Kammerseite kann den Ablauf bei dieser Kammer erklären, aber nicht automatisch die Praxis aller zuständigen Stellen.
| Quellenstufe | Wofür sie geeignet ist | Wichtige Grenze |
|---|---|---|
| Gesetz oder Verordnung | bundesweit verbindlicher Rechtsrahmen | Ausnahmen und Anwendungsbereich mitprüfen |
| Amtliche Statistik | Zahlen zu Ausbildung und Prüfung | Berichtsjahr, Grundgesamtheit und Definition nennen |
| BIBB, KMK und weitere Fachinstitutionen | Rahmenpläne, Empfehlungen und fachliche Einordnung | Empfehlung nicht als Gesetz darstellen |
| Zuständige Stelle, etwa IHK oder HWK | örtlicher Ablauf, Gebühren und Anforderungen | Stelle und Prüfstand ausdrücklich nennen |
| Wissenschaftliche Fachquelle | Modelle, Wirksamkeit und Gegenpositionen | Fragestellung und Übertragbarkeit prüfen |
| Praxisquelle | Sprache, Probleme und offene Fragen | nicht als alleinigen Faktenbeleg verwenden |
Wenn zwei Quellen widersprechen, entscheidet nicht die schönere Formulierung. Die höherrangige und für den Fall passendere Quelle hat Vorrang. Bei Prüfungsdetails kann eine örtliche Prüfungsordnung konkreter sein als eine allgemeine Kammerübersicht.
Konsistente Aussagen auf allen Seiten
Wiederkehrende Prüfungsfakten, Begriffe und Belege werden zentral geprüft und gepflegt. Ändert sich eine Rechtsgrundlage oder eine belastbare Prüfungsinformation, lässt sich die betroffene Aussage dadurch auf allen Seiten nachvollziehen und einheitlich anpassen.
Jede Seite bleibt trotzdem für sich verständlich. Sie nennt die Quellen, die ihre fachlichen Aussagen tragen. Zu einer Quelle gehören mindestens Herausgeber, Titel, URL, Quellenart und Prüfdatum.
Rechtsstände und regionale Regeln
Gesetze werden gegen den amtlichen Volltext geprüft. Bei einer Einzelnorm zählt nicht nur die genannte Zahl, sondern auch, für wen sie gilt und welche Ausnahme sie enthält. Ein Beispiel ist die unterschiedliche Behandlung minderjähriger und volljähriger Auszubildender bei der Arbeitszeit.
Gebühren, Termine, zugelassene Hilfsmittel und Anforderungen an den praktischen Prüfungsteil können von der zuständigen Stelle abhängen. Solche Angaben nennen deshalb die konkrete Stelle und ein Prüfdatum. Die verbindliche Information steht in deiner Einladung, Prüfungsordnung oder auf der aktuellen Seite deiner zuständigen Stelle.
Quellenhinweise auf Inhaltsseiten
Fachseiten führen ihre verwendeten Belege in einem Quellenblock auf. Ein zusätzlicher Quellenhinweis steht direkt an einer Aussage, wenn ihr Geltungsbereich leicht missverstanden werden kann. Linktext und Umfeld erklären, was hinter dem Link zu erwarten ist.
Quellen werden nicht gesammelt, um eine Seite wissenschaftlich wirken zu lassen. Jeder Beleg muss eine konkrete Aussage tragen. Umgekehrt braucht eine bundesweit verbindliche oder veränderliche Aussage einen Beleg, auch wenn sie vertraut klingt.
Unsicherheit sichtbar machen
Nicht jede Frage hat eine einheitliche veröffentlichte Antwort. Dann benennt die Seite die Lücke, den regionalen Geltungsbereich oder die redaktionelle Einordnung. Sie ersetzt eine fehlende Primärquelle nicht durch eine selbstbewusste Formulierung.
Für Schlussfolgerungen gelten drei Ebenen:
- Eine verbindliche Regel wird direkt als Regel bezeichnet.
- Eine offizielle Empfehlung wird als Empfehlung eingeordnet.
- Eine redaktionelle Empfehlung erklärt ihre Begründung und Grenze.
Automatisierte Recherche und künstliche Intelligenz können Quellen finden oder Text strukturieren. Sie sind selbst keine fachliche Quelle. Eine veröffentlichte Aussage muss auf einen nachvollziehbaren Beleg oder eine ausdrücklich gekennzeichnete redaktionelle Einordnung zurückgehen.
Belege selbst einordnen
Einen Beleg selbst einordnen
- Passt die Quelle zur behaupteten Art der Aussage?
- Sind Herausgeber, Datum und Geltungsbereich erkennbar?
- Stützt die verlinkte Stelle wirklich die konkrete Aussage?
- Ist eine regionale Praxis als regional gekennzeichnet?
- Bleibt erkennbar, was Fakt und was redaktionelle Empfehlung ist?
Die Übersicht über Einfach AEVO ordnet die Methodik in das gesamte Portal ein. Die Redaktionsseite beschreibt den vollständigen Arbeitsablauf. Wenn ein Beleg fehlt, veraltet ist oder die Aussage nicht trägt, sende bitte einen Korrekturhinweis.