Praktische Prüfung

Die praktische AEVO-Prüfung vorbereiten

Bereite die Präsentation oder praktische Durchführung und das Fachgespräch als eine zusammenhängende Leistung vor.

Einstieg

Was musst du für die praktische AEVO-Prüfung vorbereiten?

Ausbildungssituation und Fachgespräch sind eine zusammenhängende Leistung. Beginne mit Lernziel, Person und Begründung.

Darauf kommt es in deiner Vorbereitung an

Wähle eine begrenzte AusbildungssituationAusbildungssituationEine Ausbildungssituation ist ein begrenzter berufstypischer Lernanlass, in dem eine lernende Person ein konkretes Ausbildungsziel erreichen soll.Im Lexikon öffnen →. Formuliere ein überprüfbares Lernziel. Begründe Methode und Medien aus der konkreten Situation. Plane die Lernerfolgskontrolle. Übe danach nicht nur den Ablauf, sondern auch deine Entscheidungen im Fachgespräch.

Die praktische Prüfung prüft nicht nur, ob du sicher vortragen oder einen Ablauf zeigen kannst. Deine Planung muss zu der lernenden Person, dem Ausbildungsstand und dem LernzielLernzieleLernziele beschreiben, was eine lernende Person nach einem Lernprozess kann. Sie lassen sich nach Konkretisierungsgrad und Lernbereich ordnen.Im Lexikon öffnen → passen. Im Fachgespräch machst du diese Begründungskette sichtbar.

Ablauf

Wie läuft der praktische Teil ab?

Der praktische Teil verbindet eine Ausbildungssituation mit dem anschließenden Fachgespräch.

Nach § 4 AEVOAEVOAEVO steht für Ausbilder-Eignungsverordnung. Sie regelt, welche berufs- und arbeitspädagogischen Kompetenzen verantwortliche Ausbilderinnen und Ausbilder nachweisen müssen.Im Lexikon öffnen → besteht der praktische Teil außerhalb der Land- und Hauswirtschaft aus zwei Bestandteilen:

So gehst du vor

  1. Du präsentierst eine Ausbildungssituation oder führst sie praktisch durch.
  2. Anschließend begründest du Auswahl und Gestaltung im Fachgespräch.

Der gesamte praktische Teil dauert höchstens 30 Minuten. Die Präsentation soll 15 Minuten nicht überschreiten. Für die praktische Durchführung nennt § 4 Abs. 3 AEVO keine eigene 15-Minuten-Grenze. Die Sonderregel für Land- und Hauswirtschaft sieht eine praktische Durchführung mit Fachgespräch und höchstens 60 Minuten für den praktischen Teil vor.

Planung

Was bereitest du als Einheit vor?

Die Ausbildungssituation verbindet Person, Lernziel, Rahmenbedingungen und eine begründete Vorgehensweise.

Die Ausbildungssituation ist mehr als ein Thema. Sie verbindet eine lernende Person, ein konkretes Lernziel, passende Rahmenbedingungen und eine begründete Vorgehensweise.

Wenn du die Bausteine zuerst an vollständigen Fällen sehen möchtest, öffne die Beispiele für die praktische AEVO-Prüfung. Dort findest du Situationen aus IT, Büro, Handwerk, Kommunikation und Projektarbeit.

Wähle die Ausbildungsmethode erst nach Lernziel und Ausgangslage. Für einen kurzen, sicher vormachbaren Arbeitsablauf kann die Vier-Stufen-Methode mit ihren vier Phasen passen. Sie ist jedoch nicht vorgeschrieben. Für Entscheidungen, Gespräche oder selbstständige Planung sind andere Methoden oft tragfähiger.

BausteinLeitfrage für deine Planung
AusgangslageWer lernt was und unter welchen Bedingungen?
LernzielWas kann die lernende Person danach beobachtbar besser?
MethodeWarum unterstützt diese Vorgehensweise genau dieses Lernziel?
Medien und MaterialWas hilft beim Handeln und Verstehen?
LernerfolgskontrolleWoran erkennst du, ob das Lernziel erreicht ist?
TransferWie wird das Gelernte gesichert oder weitergeführt?
Aus einem Thema wird eine Ausbildungssituation

„Phishing“ ist nur ein Themenfeld. Eine konkrete Ausbildungssituation lautet: Eine AuszubildendeAuszubildenderEin Auszubildender ist eine Person, die aufgrund eines Berufsausbildungsvertrags ausgebildet wird und berufliche Handlungsfähigkeit erwirbt.Im Lexikon öffnen → im ersten Ausbildungsjahr prüft eine verdächtige E-Mail anhand betrieblicher Merkmale und begründet ihre Entscheidung. Dadurch werden Person, Handlung und überprüfbares Ergebnis sichtbar.

Prüfungsform

Präsentation oder praktische Durchführung?

Welche Form passt, hängt von Thema, Person, Rahmen und den Vorgaben deiner zuständigen Stelle ab.

Die AEVO lässt beide Formen zu. Bei einer Präsentation stellst du dar, wie du die Ausbildungssituation gestalten würdest. Bei der praktischen Durchführung setzt du die Situation mit einer lernenden Person um. Welche Form für dich geeignet ist, hängt von Thema, Person, Rahmen und Vorgaben der zuständigen StelleKammer und zuständige StelleDie zuständige Stelle überwacht und berät die Berufsausbildung, führt das Verzeichnis der Ausbildungsverhältnisse und organisiert Prüfungen. IHK und HWK sind häufige, aber nicht die einzigen zuständigen Stellen.Im Lexikon öffnen → ab.

Prüfe diese FragePräsentation kann passenPraktische Durchführung kann passen
Muss ein längerer Lernprozess sichtbar werden?Du kannst Phasen und Entscheidungen verdichten.Der Ausschnitt könnte zu klein oder künstlich wirken.
Ist eine reale Lernhandlung in kurzer Zeit möglich?Du kannst sie erklären.Du kannst Aktivierung und Rückmeldung direkt zeigen.
Sind Material, Raum und Person zuverlässig verfügbar?Du brauchst meist weniger Abhängigkeiten.Du musst den Ablauf unter realen Bedingungen absichern.
Wo kannst du deine pädagogische Entscheidung besser zeigen?In Aufbau und Begründung der Situation.Im konkreten Umgang mit der lernenden Person.

Begründung

Wie bereitest du das Fachgespräch vor?

Nutze dein eigenes Konzept als Fragenkatalog. Hinter jeder Entscheidung steckt eine mögliche Rückfrage.

Im Fachgespräch begründest du die Auswahl und Gestaltung deiner Ausbildungssituation. Nutze deshalb dein eigenes Konzept als Fragenkatalog. Hinter jeder Entscheidung steckt eine mögliche Rückfrage.

Diese Entscheidungen musst du erklären können

  • Warum ist das Lernziel für diese Person und Ausbildungsphase passend?
  • Warum hast du diese Methode gewählt?
  • Welche Alternative wäre möglich und warum hast du sie nicht gewählt?
  • Wie berücksichtigst du Vorkenntnisse, Motivation und mögliche Schwierigkeiten?
  • Wie stellst du Arbeitsschutz, Datenschutz oder betriebliche Regeln sicher?
  • Wie prüfst und sicherst du den Lernerfolg?
  • Wie geht der Lernprozess nach dieser Situation weiter?

Bewertung

Woran wird deine praktische Leistung gemessen?

Die AEVO gibt den Prüfungsgegenstand und die Bestehensanforderung vor. Konkrete Bewertungsbögen und Punktmodelle können regional abweichen.

Bundesweit gilt: Du musst in der Ausbildungssituation und im Fachgespräch zeigen, dass du berufstypische Ausbildungssituationen planen, durchführen und kontrollieren kannst. Im Fachgespräch begründest du insbesondere die Auswahl und Gestaltung deiner Situation. Der praktische Prüfungsteil muss mindestens mit „ausreichend“ bewertet sein.

Für deine Vorbereitung kannst du daraus eine zusammenhängende Prüfkette ableiten:

Diese Qualität muss erkennbar sein

  • Die Ausgangslage beschreibt eine konkrete lernende Person und einen passenden Ausbildungsstand.
  • Das Lernziel nennt ein beobachtbares Ergebnis und passt zur verfügbaren Zeit.
  • Methode, Medien und Sozialform folgen aus Person, Lernziel und Rahmenbedingungen.
  • Die lernende Person wird sinnvoll beteiligt und erhält verständliche Rückmeldung.
  • Die Lernerfolgskontrolle prüft genau das formulierte Lernziel.
  • Du kannst Alternativen, Grenzen und den weiteren Lernweg begründen.

Diese Punkte sind eine fachliche Vorbereitungshilfe. Sie ersetzen nicht den Bewertungsbogen deiner zuständigen Stelle. Prüfe deshalb Einladung und Merkblatt. Eine vertiefte Begründungskette findest du bei den Bewertungskriterien der praktischen Prüfung.

Arbeitsablauf

So bereitest du den praktischen Teil vor

Arbeite von den verbindlichen Vorgaben bis zur Simulation des Fachgesprächs.

So gehst du vor

  1. Vorgaben lesen: Markiere Zeiten, Abgaben, erlaubte Medien und organisatorische Bedingungen.
  2. Situation wählen: Vergleiche mehrere kleine Ausbildungssituationen mit festen Kriterien.
  3. Lernziel festlegen: Beschreibe ein sichtbares Ergebnis statt eines allgemeinen Themas.
  4. Form und Methode wählen: Begründe beides aus Person, Lernziel und Rahmen.
  5. Lernerfolg planen: Lege fest, was die lernende Person selbst zeigt oder erklärt.
  6. Ablauf testen: Übe mit echter Zeitmessung und einem realistischen Aufbau.
  7. Fachgespräch simulieren: Beantworte kritische Warum- und Alternativfragen laut.

Mit der interaktiven Checkliste für die praktische AEVO-Prüfung kannst du diese Vorbereitung Punkt für Punkt prüfen. Dein Fortschritt bleibt im Browser gespeichert und kann mit einem Akademie-Konto geräteübergreifend synchronisiert werden.

Typische Fehler

  • Ein großes Fachthema statt einer begrenzten Ausbildungssituation wählen.
  • Die Methode vor Lernziel und Ausgangslage festlegen.
  • Zu viel Fachwissen erklären und die lernende Person zu wenig aktivieren.
  • Eine Lernerfolgskontrolle nur nennen, aber nicht konkret durchführen oder beschreiben.
  • Nur den Vortrag üben und die Begründungen für das Fachgespräch offenlassen.
  • Allgemeine Internettipps über die Vorgaben der eigenen zuständigen Stelle stellen.

Prüfungstag

Was klärst du vor dem Prüfungstag?

Die fachlichen Grundregeln sind bundesweit. Die konkrete Durchführung organisiert deine zuständige Stelle.

Lies die Einladung nicht erst kurz vor dem Termin. Prüfe, ob und wann du ein Konzept abgeben musst, welche Medien vorhanden sind und ob du eine lernende Person mitbringen darfst oder musst. Kläre außerdem Aufbauzeit, Dateiformate, Ersatzlösungen und zulässige Hilfsmittel.

Organisatorische Kontrolle

  • Stimmen Ort, Beginn und notwendige Ankunftszeit?
  • Sind Konzept, Erklärung oder weitere Unterlagen in der verlangten Form vorbereitet?
  • Funktionieren Präsentationsdatei, Adapter, Materialien und eine einfache Ersatzlösung?
  • Ist die Rolle einer mitwirkenden Person mit den Vorgaben vereinbar?
  • Kannst du deine Situation in der erlaubten Zeit aufbauen, durchführen und abbauen?

Ändert deine zuständige Stelle eine organisatorische Vorgabe, passt du die Umsetzung an. Lernziel, Personbezug und fachliche Begründung bleiben trotzdem der Kern deiner Planung.

Häufige Fragen

Wie lange dauert der praktische Teil der AEVO-Prüfung?

Außerhalb der Land- und Hauswirtschaft dauert er insgesamt höchstens 30 Minuten. Die Präsentation soll 15 Minuten nicht überschreiten. Für die praktische Durchführung nennt die AEVO keine eigene 15-Minuten-Grenze. Das Fachgespräch liegt innerhalb der Gesamtzeit.

Muss ich eine Unterweisung durchführen?

Nein. Im Regelfall kannst du zwischen der Präsentation einer Ausbildungssituation und ihrer praktischen Durchführung wählen. Die konkrete Organisation regelt deine zuständige Stelle.

Brauche ich ein schriftliches Konzept?

§ 4 AEVO nennt kein eigenständiges schriftliches Konzept als dritten Prüfungsteil. Deine zuständige Stelle kann jedoch Unterlagen oder eine vorherige Abgabe verlangen. Prüfe deshalb ihr Merkblatt.

Was wird im Fachgespräch gefragt?

Du begründest Auswahl und Gestaltung deiner Ausbildungssituation. Bereite besonders Fragen zu Lernziel, Methode, Alternativen, Person, Lernerfolg und weiterem Lernprozess vor.

Quellen

  1. Ausbilder-Eignungsverordnung

    Bundesministerium der Justiz · geprüft am 01.09.2026

  2. Rahmenplan der Ausbilder-Eignungsverordnung 2023

    Bundesinstitut für Berufsbildung · geprüft am 01.09.2026

  3. Handreichung zur Ausbilder-Eignungsprüfung

    Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main · geprüft am 27.08.2026