AEVO-Lexikon

AEVO

AEVO steht für Ausbilder-Eignungsverordnung. Sie regelt, welche berufs- und arbeitspädagogischen Kompetenzen verantwortliche Ausbilderinnen und Ausbilder nachweisen müssen.

Auch genannt
Ausbilder-Eignungsverordnung, Ausbildereignungsverordnung, Ausbildereignungs-Verordnung, AusbEignV

Die AEVO ist die bundesweit geltende Ausbilder-Eignungsverordnung. Sie regelt, welche berufs- und arbeitspädagogischen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten verantwortliche Ausbilderinnen und Ausbilder nachweisen müssen. Sie ist damit die rechtliche Grundlage der Ausbildereignungsprüfung, aber nicht der Prüfungsnachweis selbst.

Was regelt die AEVO?

Die AEVO konkretisiert einen Teil der fachlichen Eignung nach dem Berufsbildungsgesetz. Für die Berufsausbildung im Handwerk gehört außerdem die Handwerksordnung zu ihren gesetzlichen Grundlagen. Die Verordnung beschreibt die berufs- und arbeitspädagogischen Kompetenzen, die für eine ordnungsgemäße betriebliche Ausbildung notwendig sind.

Diese Kompetenzen umfassen den gesamten Ausbildungsprozess. §§ 2 und 3 AEVO ordnen sie vier Handlungsfeldern zu:

  1. Ausbildungsvoraussetzungen prüfen und die Ausbildung planen
  2. die Ausbildung vorbereiten und bei der Einstellung mitwirken
  3. die Ausbildung durchführen
  4. die Ausbildung abschließen

Die Verordnung legt damit den verbindlichen Rahmen fest. Der Rahmenplan des Bundesinstituts für Berufsbildung konkretisiert die Handlungsfelder durch LernzieleLernzieleLernziele beschreiben, was eine lernende Person nach einem Lernprozess kann. Sie lassen sich nach Konkretisierungsgrad und Lernbereich ordnen.Im Lexikon öffnen → und beispielhafte Inhalte. Er unterstützt die Vorbereitung und Gestaltung von Lehrgängen, ist aber eine Empfehlung und keine neue Fassung der Verordnung. Die Übersicht der vier Handlungsfelder erklärt die Inhalte und ihre Bedeutung für die Vorbereitung.

Wie hängen AEVO und Berufsbildungsgesetz zusammen?

Das Berufsbildungsgesetz verlangt, dass Ausbilderinnen und Ausbilder persönlich und fachlich geeignetFachliche EignungFachliche Eignung verbindet die nötigen beruflichen mit den berufs- und arbeitspädagogischen Fähigkeiten für den jeweiligen Ausbildungsberuf.Im Lexikon öffnen → sind. Zur fachlichen Eignung gehören zwei Bereiche: die beruflichen Kenntnisse und die berufs- und arbeitspädagogischen Kenntnisse.

Die AEVO regelt den Nachweis der berufs- und arbeitspädagogischen EignungBerufs- und arbeitspädagogische EignungBerufs- und arbeitspädagogische Eignung ist die Kompetenz, eine Berufsausbildung in vier Handlungsfeldern selbstständig zu planen, durchzuführen und zu kontrollieren.Im Lexikon öffnen →. Sie ersetzt nicht die berufliche Qualifikation und nicht die persönliche Eignung. Eine bestandene AEVO-Prüfung reicht deshalb nicht in jedem Fall aus, um eine Ausbildung verantwortlich zu leiten.

Für wen gilt die AEVO?

Der Nachweis betrifft Personen, die in anerkannten Ausbildungsberufen nach dem Berufsbildungsgesetz als verantwortliche AusbilderinAusbilderEin Ausbilder ist die persönlich und fachlich geeignete Person, die eine Berufsausbildung im Betrieb unmittelbar und verantwortlich durchführt.Im Lexikon öffnen → oder verantwortlicher Ausbilder eingesetzt werden. § 1 AEVO nimmt den Bereich der freien Berufe von ihrem Geltungsbereich aus. Auch in anderen Bereichen können besondere Regelungen oder gleichwertige Nachweise gelten.

Nicht jede Person, die im Betrieb einzelne Inhalte zeigt oder erklärt, muss selbst als verantwortliche Ausbilderin oder verantwortlicher Ausbilder benannt sein. Andere Fachkräfte können unter Verantwortung einer geeigneten Person an der Ausbildung mitwirken.

Wie wird die Ausbildereignung nachgewiesen?

Der übliche Nachweis ist die AEVO-Prüfung. Sie besteht aus einem schriftlichen und einem praktischen Teil. Beide Teile müssen mindestens mit „ausreichend“ bestanden werden.

Der schriftliche Teil dauert drei Stunden. Er enthält fallbezogene Aufgaben aus allen vier Handlungsfeldern.

Der praktische Teil dauert höchstens 30 Minuten. Prüfungsteilnehmende wählen eine berufstypische AusbildungssituationAusbildungssituationEine Ausbildungssituation ist ein begrenzter berufstypischer Lernanlass, in dem eine lernende Person ein konkretes Ausbildungsziel erreichen soll.Im Lexikon öffnen →. Sie präsentieren diese Situation oder führen sie praktisch durch. Die Präsentation soll 15 Minuten nicht überschreiten. Für die praktische Durchführung nennt § 4 Abs. 3 AEVO keine eigene 15-Minuten-Grenze. Im Fachgespräch erläutern und begründen sie Auswahl und Gestaltung.

Ein Vorbereitungskurs ist nicht Teil des vorgeschriebenen Nachweises. Entscheidend ist die bestandene Prüfung vor der zuständigen Stelle. Die zuständige Stelle kann eine Person unter bestimmten Voraussetzungen von einzelnen Prüfungsteilen befreien, wenn eine andere Prüfung gleichwertige Inhalte abgedeckt hat. Den Prüfungsnachweis nennen viele Menschen AdA-Schein oder Ausbilderschein.

Warum ist die AEVO im Ausbildungsalltag wichtig?

Die AEVO verbindet die Prüfung mit der betrieblichen Praxis. Ihre Handlungsfelder betreffen zum Beispiel die Ausbildungsplanung, die Auswahl geeigneter Methoden, die Begleitung von Lernprozessen und die Vorbereitung auf den Ausbildungsabschluss.

Der Nachweis soll sicherstellen, dass eine fachlich erfahrene Person Ausbildung nicht nur ausführen kann. Sie muss Ausbildung auch planen, verständlich vermitteln, beurteilen und rechtssicher begleiten können.

Sind AEVO, AdA-Schein und Ausbilderschein dasselbe?

Nein. Die Begriffe bezeichnen unterschiedliche Dinge:

  • AEVO ist die Ausbilder-Eignungsverordnung.
  • Ausbildereignungsprüfung ist die Prüfung nach § 4 AEVO.
  • AdA-Schein und Ausbilderschein sind umgangssprachliche Bezeichnungen für den Prüfungsnachweis.

Die Begriffe hängen zusammen, bezeichnen aber nicht dieselbe Sache. Die Ausbilderschein-Übersicht führt von den Voraussetzungen über Anmeldung und Kosten bis zur Vorbereitung.

Häufige Fragen

Gibt es eine neue AEVO von 2024?

Nein. Die AEVO von 2009 gilt weiterhin. Der Rahmenplan zur AEVO wurde 2023 neu gefasst und wird seit dem 1. Juli 2024 für die Prüfungsvorbereitung verwendet.

Reicht die bestandene AEVO-Prüfung aus, um auszubilden?

Nicht automatisch. Der Prüfungsnachweis belegt die berufs- und arbeitspädagogische Eignung. Für die verantwortliche Ausbildung verlangt das Berufsbildungsgesetz zusätzlich persönliche und berufliche Eignung. Auch die Ausbildungsstätte muss geeignet sein.

Ist die AEVO ein Gesetz?

Die AEVO ist eine Rechtsverordnung. Ihre gesetzlichen Grundlagen liegen in § 30 Absatz 5 Berufsbildungsgesetz und § 22 Absatz 4 Handwerksordnung.

Quellen

  1. Ausbilder-Eignungsverordnung

    Bundesministerium der Justiz · geprüft am 01.09.2026

  2. Berufsbildungsgesetz

    Bundesministerium der Justiz · geprüft am 01.09.2026

  3. Rahmenplan der Ausbilder-Eignungsverordnung 2023

    Bundesinstitut für Berufsbildung · geprüft am 01.09.2026