Ausbilderschein: Voraussetzungen, Kosten und Prüfung
Verstehe, was der Ausbilderschein nachweist, welche Voraussetzungen für die Ausbildung gelten und wie du Prüfung, Kosten und Zeitbedarf planst.
Was ist der Ausbilderschein?
Die kurze Antwort
Mit der AEVOAEVOAEVO steht für Ausbilder-Eignungsverordnung. Sie regelt, welche berufs- und arbeitspädagogischen Kompetenzen verantwortliche Ausbilderinnen und Ausbilder nachweisen müssen.Im Lexikon öffnen →-Prüfung weist du berufs- und arbeitspädagogische Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten nach. Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen und einem praktischen Teil. Beide Teile müssen mindestens mit „ausreichend“ bewertet sein. Der Nachweis wird oft Ausbilderschein oder AdA-Schein genannt.
Die Ausbilder-Eignungsverordnung, kurz AEVO, regelt die Prüfung. Sie ist nicht der Schein selbst. Der Schein dokumentiert das Ergebnis. Ein Vorbereitungskurs ist weder Teil des Nachweises noch eine Voraussetzung für die Prüfung.
| Begriff | Was damit gemeint ist |
|---|---|
| AEVO | Die Verordnung über den Nachweis der berufs- und arbeitspädagogischen Eignung. |
| Ausbildereignungsprüfung | Der schriftliche und praktische Nachweis nach der AEVO. |
| Ausbilderschein oder AdA-Schein | Umgangssprachliche Bezeichnung für den Nachweis über die bestandene Prüfung. |
| Ausbilderin oder Ausbilder | Eine verantwortliche Ausbildungsperson, für die weitere Anforderungen gelten. |
Wer braucht den Ausbilderschein?
Der Betrieb muss gegenüber der zuständigen StelleKammer und zuständige StelleDie zuständige Stelle überwacht und berät die Berufsausbildung, führt das Verzeichnis der Ausbildungsverhältnisse und organisiert Prüfungen. IHK und HWK sind häufige, aber nicht die einzigen zuständigen Stellen.Im Lexikon öffnen → eine geeignete Person benennen, die für die Ausbildung verantwortlich ist. Diese Person braucht im Regelfall den Nachweis nach AEVO sowie die persönliche und fachliche Eignung nach dem Berufsbildungsgesetz.
Andere Beschäftigte dürfen bei der Ausbildung mitwirken. Sie können zum Beispiel einen Arbeitsablauf erklären oder eine Lernaufgabe begleiten. Dadurch werden sie nicht automatisch zur verantwortlichen Ausbildungsperson.
Trenne diese drei Fragen
- Darfst du an der AEVO-Prüfung teilnehmen? Für die Prüfung selbst schreibt die AEVO keine abgeschlossene Berufsausbildung als allgemeine Zulassungsvoraussetzung vor.
- Hast du die berufs- und arbeitspädagogische Eignung nachgewiesen? Das beantwortet die bestandene AEVO-Prüfung.
- Darfst du in einem konkreten Betrieb verantwortlich ausbilden? Dafür zählen zusätzlich persönliche und beruflich-fachliche Eignung sowie die Eignung der Ausbildungsstätte.
Die ausführliche Abgrenzung findest du bei den Voraussetzungen für den Ausbilderschein.
Wie läuft die AEVO-Prüfung ab?
Im schriftlichen Teil bearbeitest du fallbezogene Aufgaben aus allen vier Handlungsfeldern. Die AEVO nennt dafür eine Dauer von drei Stunden. Das konkrete Aufgabenformat und die organisatorische Durchführung können von der zuständigen Stelle abhängen.
Im praktischen Teil präsentierst du eine AusbildungssituationAusbildungssituationEine Ausbildungssituation ist ein begrenzter berufstypischer Lernanlass, in dem eine lernende Person ein konkretes Ausbildungsziel erreichen soll.Im Lexikon öffnen → oder führst sie praktisch durch. Danach begründest du Auswahl und Gestaltung im Fachgespräch. Der praktische Teil dauert im Regelfall insgesamt höchstens 30 Minuten; eine Präsentation soll 15 Minuten nicht überschreiten. Für Land- und Hauswirtschaft gilt eine Sonderregel.
| Prüfungsteil | Was du nachweist | Verbindlicher Rahmen |
|---|---|---|
| Schriftlicher Teil | Du bearbeitest fallbezogene Aufgaben aus allen Handlungsfeldern. | Die Prüfung soll drei Stunden dauern. |
| Praktischer Teil | Du gestaltest eine Ausbildungssituation und begründest deine Entscheidungen. | Im Regelfall höchstens 30 Minuten einschließlich Fachgespräch. |
Beide Teile werden getrennt bewertet. Du bestehst die Prüfung nur, wenn jeder Teil mindestens „ausreichend“ ist. Den vollständigen Aufbau erklären wir auf der Seite zur AEVO-Prüfung.
Was kosten Ausbilderschein und Vorbereitung?
Die zuständige Stelle legt ihre Prüfungsgebühr fest. Zusätzlich können Kosten für Kurs, Lernmaterial, Fahrt, Übernachtung oder einen Wiederholungsversuch entstehen. Ein Kurs ist keine rechtliche Voraussetzung.
Für eine belastbare Kalkulation brauchst du zwei Werte:
- die aktuelle Gebühr im Preisverzeichnis deiner zuständigen Stelle;
- die Kosten deiner persönlichen Vorbereitung.
Vergleiche Kursangebote nicht nur über den Preis. Prüfe, ob schriftlicher und praktischer Teil abgedeckt sind, ob du Rückmeldung auf dein Konzept erhältst und ob Termine zu deiner Prüfung passen. Die Seite Kosten für den Ausbilderschein zeigt dir die vollständige Rechnung.
Wie lange dauert der Weg zum Ausbilderschein?
Es gibt keine vorgeschriebene Kursdauer. Der Rahmenplan des Bundesinstituts für Berufsbildung empfiehlt für Lehrgänge einen Umfang von 115 Unterrichtseinheiten. Dieser Wert beschreibt einen didaktischen Kursrahmen. Er ist weder eine persönliche Mindestlernzeit noch eine Voraussetzung für die Anmeldung.
Plane vom real verfügbaren Prüfungstermin rückwärts. Berücksichtige die Anmeldefrist, deine Lernzeit für die vier Handlungsfelder und zusätzliche Übung für Ausbildungssituation und Fachgespräch. Wenn du bereits Ausbildungserfahrung hast, brauchst du möglicherweise weniger Grundlagenzeit. Das praktische Begründen solltest du trotzdem gesondert trainieren.
Eine konkrete Planung findest du unter Dauer und Zeitbedarf.
Was musst du auf dem Weg zum Ausbilderschein klären?
Voraussetzungen
Prüfung und Ausbildertätigkeit unterscheiden
Kläre, was für die AEVO-Prüfung gilt und welche zusätzliche Eignung eine verantwortliche Ausbildungsperson braucht.
Kosten
Prüfungsgebühr und Vorbereitung kalkulieren
Unterscheide die Gebühr deiner zuständigen Stelle von freiwilligen Kurs-, Material- und Reisekosten.
Dauer
Vorbereitung und Termine realistisch planen
Die Zeit bis zum Ausbilderschein hängt von Lernweg und verfügbaren Terminen ab.
Anmeldung
Die zuständige Stelle und ihren Ablauf finden
Prüfe Merkblatt, Frist, Gebühr und Unterlagen, bevor du deinen Lernplan an einen Termin bindest.
Lernweg
Den Ausbilderschein ohne Kurs machen
Entscheide, ob Selbststudium zu deinem Vorwissen, deiner Zeit und deinem Bedarf an Rückmeldung passt.
Zuständigkeit
IHK oder HWK richtig einordnen
Die zuständige Stelle folgt deinem beruflichen und betrieblichen Zusammenhang.
Welcher Lernweg passt zu deiner Ausgangslage?
Ein Kurs bietet feste Termine, Anleitung und Rückmeldung. Selbststudium bietet mehr Freiheit, verlangt aber einen eigenen Plan und selbst organisiertes Feedback für den praktischen Teil. Eine Mischform kann Grundlagenlernen und gezielte Prüfungssimulation verbinden.
Prüfe vor deiner Entscheidung
- Wie sicher kennst du die vier Handlungsfelder und ihre rechtlichen Grundlagen?
- Kannst du fallbezogene Aufgaben unter Zeitdruck bearbeiten?
- Bekommst du qualifiziertes Feedback zu Ausbildungssituation und Fachgespräch?
- Wie viel feste Struktur brauchst du, um regelmäßig zu lernen?
- Welche Termine und Vorgaben nennt deine zuständige Stelle?
Beginne anschließend mit einem Lernweg für die Prüfungsvorbereitung, der zu deinem Stand passt.
Häufige Fragen
Ist der Ausbilderschein dasselbe wie die AEVO-Prüfung?
Nicht genau. Die AEVO regelt den Nachweis, die Ausbildereignungsprüfung prüft ihn und der Ausbilderschein bezeichnet umgangssprachlich das Dokument über die bestandene Prüfung.
Brauche ich einen Vorbereitungskurs?
Nein. Die AEVO schreibt keinen Kurs vor. Du kannst dich auch im Selbststudium oder mit einer Mischform vorbereiten.
Gibt es bundesweit einheitliche Kosten?
Nein. Die zuständigen Stellen legen ihre Gebühren fest. Kurs, Lernmaterial, Fahrt und mögliche Wiederholungskosten kommen gegebenenfalls hinzu.
Läuft der Ausbilderschein ab?
Die AEVO schreibt für den Prüfungsnachweis keine regelmäßige Verlängerung vor. Ob du in einem konkreten Betrieb verantwortlich ausbilden darfst, hängt zusätzlich von der persönlichen und fachlichen Eignung sowie der Ausbildungsstätte ab.
Wo melde ich mich an?
Bei der für dich zuständigen Stelle. Das ist häufig eine Industrie- und Handelskammer oder Handwerkskammer. Kläre die Zuständigkeit direkt mit der Stelle.