AEVO-Lexikon
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A
Abschlussprüfung
Die Abschlussprüfung stellt am Ende einer anerkannten Berufsausbildung fest, ob die berufliche Handlungsfähigkeit erworben wurde. Grundlage sind BBiG und Ausbildungsordnung.
AdA-Schein
AdA-Schein bezeichnet umgangssprachlich den Nachweis der bestandenen Ausbildereignungsprüfung.
AEVO
AEVO steht für Ausbilder-Eignungsverordnung. Sie regelt, welche berufs- und arbeitspädagogischen Kompetenzen verantwortliche Ausbilderinnen und Ausbilder nachweisen müssen.
Alles-oder-Nichts-Prinzip
Beim Alles-oder-Nichts-Prinzip zählt eine Aufgabe nur dann als richtig, wenn alle richtigen und keine falschen Antworten ausgewählt wurden. Teilpunkte gibt es nicht.
Ausbildender
Der Ausbildende ist der Vertragspartner der auszubildenden Person, meist der Ausbildungsbetrieb oder dessen Inhaber.
Ausbilder
Ein Ausbilder ist die persönlich und fachlich geeignete Person, die eine Berufsausbildung im Betrieb unmittelbar und verantwortlich durchführt.
Ausbildereignungsprüfung
Verstehe den schriftlichen und praktischen Prüfungsteil, die Regeln zum Bestehen und regionale Unterschiede.
Ausbildungsbeauftragter
Ein Ausbildungsbeauftragter vermittelt abgegrenzte Ausbildungsinhalte im Arbeitsbereich und handelt dabei unter der Verantwortung des bestellten Ausbilders.
Ausbildungsmedien
Ausbildungsmedien stellen Lerninhalte dar, machen Abläufe sichtbar oder ermöglichen Übung und Rückmeldung. Ihre Auswahl folgt dem Lernziel, der Zielgruppe und der Ausbildungssituation.
Ausbildungsmittel
Ausbildungsmittel sind Gegenstände, Geräte, Materialien oder Systeme, die Auszubildende für eine Lern- oder Arbeitsaufgabe benötigen.
Ausbildungsordnung
Eine Ausbildungsordnung ist die bundesweit geltende Rechtsverordnung für einen anerkannten Ausbildungsberuf. Sie regelt Berufsbezeichnung, Dauer, Berufsbild, Ausbildungsrahmenplan und Prüfungsanforderungen.
Ausbildungsrahmenplan
Der Ausbildungsrahmenplan ist ein Teil der Ausbildungsordnung. Er gliedert die betrieblich zu vermittelnden Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sachlich und zeitlich.
Ausbildungssituation
Eine Ausbildungssituation ist ein begrenzter berufstypischer Lernanlass, in dem eine lernende Person ein konkretes Ausbildungsziel erreichen soll.
Ausbildungsvertrag
Der Berufsausbildungsvertrag begründet das Ausbildungsverhältnis. Prüfe Pflichtangaben, Textform, unzulässige Vereinbarungen und Eintragung.
Auszubildender
Ein Auszubildender ist eine Person, die aufgrund eines Berufsausbildungsvertrags ausgebildet wird und berufliche Handlungsfähigkeit erwirbt.
B
BBiG
Das Berufsbildungsgesetz ordnet die betriebliche Berufsausbildung von Ausbildungsordnung und Vertrag bis zu Eignung, Durchführung und Abschlussprüfung.
Berichtsheft und Ausbildungsnachweis
Das Berichtsheft ist der schriftliche oder elektronische Ausbildungsnachweis. Auszubildende führen ihn; der Betrieb ermöglicht, prüft und fördert seine Führung.
Berufs- und arbeitspädagogische Eignung
Berufs- und arbeitspädagogische Eignung ist die Kompetenz, eine Berufsausbildung in vier Handlungsfeldern selbstständig zu planen, durchzuführen und zu kontrollieren.
Berufsausbildungsverhältnis
Das Berufsausbildungsverhältnis ist die rechtliche Beziehung zwischen Ausbildenden und Auszubildenden, die durch einen Berufsausbildungsvertrag entsteht.
Betrieblicher Ausbildungsplan
Der betriebliche Ausbildungsplan überträgt den Ausbildungsrahmenplan auf einen konkreten Betrieb. Er ordnet Inhalte den Zeiten, Lernorten, Aufgaben und verantwortlichen Personen zu.
Beurteilungsfehler
Beurteilungsfehler sind systematische Verzerrungen einer Leistungsbewertung. Dazu gehören Halo-Effekt, erster Eindruck, Nikolaus-Effekt und Kontrastfehler.
Beurteilungsgespräch
Ein Beurteilungsgespräch ordnet beobachtete Leistungen anhand vorher bekannter Kriterien ein und vereinbart konkrete Schritte für die weitere Ausbildung.
D
E
F
Fachgespräch
Bereite typische Fragen vor und lerne, deine Entscheidungen im AEVO-Fachgespräch nachvollziehbar zu begründen.
Fachliche Eignung
Fachliche Eignung verbindet die nötigen beruflichen mit den berufs- und arbeitspädagogischen Fähigkeiten für den jeweiligen Ausbildungsberuf.
Feedbackregeln
Feedbackregeln helfen, eine konkrete Beobachtung verständlich zu beschreiben, ihre Wirkung einzuordnen und den nächsten Lernschritt gemeinsam festzulegen.
Feinlernziel
Ein Feinlernziel beschreibt die konkrete, überprüfbare Leistung einer lernenden Person in einer begrenzten Ausbildungssituation.
G
Gestreckte Abschlussprüfung
Die gestreckte Abschlussprüfung ist eine Abschlussprüfung in zwei zeitlich getrennten und bewerteten Teilen. Teil 1 ersetzt die Zwischenprüfung und fließt in das Gesamtergebnis ein.
Groblernziel
Ein Groblernziel konkretisiert einen weiten Zielbereich für einen Ausbildungsabschnitt. Feinlernziele machen daraus überprüfbare Einzelleistungen.
H
I
J
JArbSchG
Plane Arbeitszeit, Pausen, Berufsschule, Urlaub, Tätigkeiten und Untersuchungen für minderjährige Auszubildende nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz.
Jugend- und Auszubildendenvertretung
Die Jugend- und Auszubildendenvertretung vertritt im Betrieb die besonderen Interessen jugendlicher Beschäftigter und der zu ihrer Berufsausbildung Beschäftigten.
K
L
Lehrgespräch
Vorwissen durch gezielte Fragen aktivieren und weiterentwickeln.
Leittextmethode
Selbstständiges Lernen mit Leitfragen und vollständiger Handlung fördern.
Lernberatung
Lernberatung ist ein strukturiertes Gespräch, in dem Ausbildungsperson und auszubildende Person einen Lernbedarf klären und passende, überprüfbare Unterstützung vereinbaren.
Lernortkooperation
Lernortkooperation ist die inhaltliche und organisatorische Zusammenarbeit von Betrieb, Berufsschule und weiteren Partnern der Ausbildung.
Lernschwierigkeiten
Lernschwierigkeiten zeigen sich, wenn Auszubildende ein Lernziel trotz angemessener Lerngelegenheiten nicht oder nur mit großer Mühe erreichen. Sie sind ein Anlass, Ursachen und Unterstützung gemeinsam zu klären.
Lerntransfer
Lerntransfer gelingt, wenn Auszubildende erworbenes Wissen oder Können in einer anderen beruflichen Situation passend anwenden.
Lernzielbereiche
Lernzielbereiche ordnen Lernziele nach ihrem Schwerpunkt: kognitiv für Denken, affektiv für Werte und psychomotorisch für praktische Fertigkeiten.
Lernziele
Lernziele beschreiben, was eine lernende Person nach einem Lernprozess kann. Sie lassen sich nach Konkretisierungsgrad und Lernbereich ordnen.
M
Modell der vollständigen Handlung
Das Modell der vollständigen Handlung gliedert eine berufliche Aufgabe in Informieren, Planen, Entscheiden, Ausführen, Kontrollieren und Bewerten.
Motivation und Motivationsförderung
Motivation beschreibt, worauf eine Person ihr Handeln richtet, mit welcher Intensität sie handelt und wie ausdauernd sie dabei bleibt. Motivationsförderung gestaltet Bedingungen, die eigenständiges und zielgerichtetes Lernen unterstützen.
P
Persönliche Eignung
Persönliche Eignung bedeutet, dass keine Umstände vorliegen, die eine verantwortliche Einstellung oder Ausbildung von Auszubildenden ausschließen.
Probezeit
Wie lange die Probezeit im Ausbildungsverhältnis dauert, welchem Zweck sie dient und welche Kündigungsregeln nach BBiG gelten.
Projektmethode
Plane ein Lernprojekt für die AEVO-Prüfung: mit vollständiger Handlung, sechs Planungsfeldern, Ablauf, Beispiel und begründeter Lernerfolgskontrolle.
Prüfungsausschuss
Ein Prüfungsausschuss nimmt Prüfungsleistungen ab, bewertet sie und entscheidet über das Bestehen. Die zuständige Stelle errichtet und beruft den Ausschuss.
Q
R
Rahmenlehrplan
Der Rahmenlehrplan beschreibt den berufsbezogenen Unterricht der Berufsschule für einen anerkannten Ausbildungsberuf.
Rahmenplan zur AEVO
Der Rahmenplan zur AEVO ist eine Empfehlung des BIBB-Hauptausschusses für Lehrgänge zum Erwerb der Ausbildereignung.
Richtlernziel
Ein Richtlernziel beschreibt einen weiten Zielbereich. Grob- und Feinlernziele konkretisieren daraus Ausbildungsabschnitt und einzelne Leistung.
Rollenspiel
Soziale und kommunikative Situationen realitätsnah erproben.
S
Schlüsselqualifikationen
Schlüsselqualifikationen sind berufsübergreifende Fähigkeiten, die selbstständiges Lernen, Zusammenarbeit und den Umgang mit neuen beruflichen Aufgaben unterstützen.
Sozialformen
Sozialformen beschreiben, in welcher personellen Anordnung gelernt wird, etwa allein, zu zweit, in einer Gruppe oder gemeinsam im Plenum.
U
Überbetriebliche Ausbildung
Überbetriebliche Ausbildung ergänzt die Ausbildung im Betrieb durch geplante Ausbildungsabschnitte in einer externen Bildungsstätte.
Unterweisung
Eine Unterweisung ist eine geplante Ausbildungssituation, in der eine lernende Person eine berufliche Handlung, Erkenntnis oder Verhaltensweise entwickelt und erprobt.
Unterweisungsentwurf
Ein Unterweisungsentwurf ist die schriftliche Planung einer Ausbildungssituation mit Ausgangslage, Lernziel, Methode, Ablauf und Lernerfolgskontrolle.
V
Z
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Was erklärt das AEVO-Lexikon?
Ein Lexikoneintrag beantwortet zuerst, was ein Begriff bedeutet. Danach zeigt er, wie du ihn in der Ausbildung oder Prüfung verwendest und welche ähnlich klingenden Begriffe du unterscheiden musst. Gesetzliche Aussagen stützen wir auf den amtlichen Wortlaut. Empfehlungen und Prüfungspraxis kennzeichnen wir getrennt davon.
Das Lexikon ersetzt keinen vollständigen Lernweg. Wenn du einen Zusammenhang Schritt für Schritt verstehen möchtest, nutze die Übersicht zur AEVO-Prüfung oder ordne den Stoff über die vier Handlungsfelder ein. Für die Auswahl und Durchführung einer Methode findest du ausführliche Profile unter Ausbildungsmethoden.
Häufige Fragen
Welche Begriffe stehen im AEVO-Lexikon?
Das Verzeichnis zeigt nur fachlich geprüfte und veröffentlichte Begriffe. Weitere Einträge kommen hinzu, sobald Quellen, Abgrenzungen und interne Links redaktionell geprüft sind.
Warum sind manche Begriffe mit einem ausführlichen Ratgeber verknüpft?
Ein Lexikoneintrag definiert einen Begriff. Eine konkrete Entscheidung oder Handlung braucht häufig mehr Kontext. In diesem Fall führt das Portal zu einem ausführlichen Ratgeber oder Methodenprofil.
Sind die Begriffe bundesweit einheitlich?
Gesetze und Verordnungen verwenden bundesweit festgelegte Begriffe. Zuständige Stellen können Abläufe und Formulare unterschiedlich benennen. Der jeweilige Eintrag kennzeichnet solche Unterschiede.