AEVO-Lexikon

Ausbildender

Der Ausbildende ist der Vertragspartner der auszubildenden Person, meist der Ausbildungsbetrieb oder dessen Inhaber.

Auch genannt
Ausbildende, Ausbildungsbetrieb als Vertragspartner

Der Ausbildende ist der Vertragspartner der auszubildendenAuszubildenderEin Auszubildender ist eine Person, die aufgrund eines Berufsausbildungsvertrags ausgebildet wird und berufliche Handlungsfähigkeit erwirbt.Im Lexikon öffnen → Person. Das ist meistens der Ausbildungsbetrieb oder dessen Inhaber. Der Ausbildende stellt zur Berufsausbildung ein und trägt die Pflichten aus dem Berufsausbildungsverhältnis.

Welche Aufgaben hat der Ausbildende?

Der Ausbildende muss für eine planmäßige, sachlich und zeitlich gegliederte Ausbildung sorgen. Er stellt notwendige AusbildungsmittelAusbildungsmittelAusbildungsmittel sind Gegenstände, Geräte, Materialien oder Systeme, die Auszubildende für eine Lern- oder Arbeitsaufgabe benötigen.Im Lexikon öffnen → kostenlos bereit, ermöglicht den Berufsschulbesuch und schützt die auszubildende Person. Außerdem muss er dafür sorgen, dass nur Aufgaben übertragen werden, die dem Ausbildungszweck dienen und den körperlichen Kräften angemessen sind.

Er kann die Ausbildung selbst durchführen. Dafür muss er persönlich und fachlich geeignetFachliche EignungFachliche Eignung verbindet die nötigen beruflichen mit den berufs- und arbeitspädagogischen Fähigkeiten für den jeweiligen Ausbildungsberuf.Im Lexikon öffnen → sein. Bildet er nicht selbst aus, muss er einen geeigneten Ausbilder ausdrücklich damit beauftragen.

Betrieb und Person auseinanderhalten

Die TechVista GmbH schließt mit Ben den Berufsausbildungsvertrag und ist damit Ausbildende. Frau Sommer unterschreibt für die GmbH. Die verantwortliche Durchführung übernimmt ein bestellter Ausbilder. Die GmbH bleibt Vertragspartnerin und muss eine ordnungsgemäße Ausbildung sicherstellen.

Warum ist der Unterschied zum Ausbilder wichtig?

Ausbildender und Ausbilder beantworten zwei verschiedene Fragen:

  • Wer stellt die auszubildende Person ein und trägt die Vertragspflichten? Der Ausbildende.
  • Wer vermittelt die Inhalte unmittelbar und trägt die fachliche Verantwortung für die Durchführung? Der Ausbilder.

In einem inhabergeführten Kleinbetrieb kann dieselbe Person beide Rollen übernehmen. In einer GmbH oder einem größeren Betrieb fallen sie häufig auseinander. Für Prüfungsfälle hilft deshalb zuerst die Frage, ob es um Vertrag und Einstellung oder um die verantwortliche Durchführung geht.

Welche Eignung muss vorliegen?

Auszubildende darf nur einstellen, wer persönlich geeignetPersönliche EignungPersönliche Eignung bedeutet, dass keine Umstände vorliegen, die eine verantwortliche Einstellung oder Ausbildung von Auszubildenden ausschließen.Im Lexikon öffnen → ist. Wer selbst ausbildet, muss zusätzlich fachlich geeignet sein. Ein Ausbildender, der nicht selbst fachlich geeignet ist, kann trotzdem Auszubildende einstellen, wenn er persönlich geeignet ist und geeignete Ausbilder bestellt.

Die Eignung der Ausbildungsstätte ist davon unabhängig. Auch geeignetes Personal kann keine ordnungsgemäße Ausbildung durchführen, wenn der Betrieb die notwendigen Inhalte weder selbst noch über ergänzende Maßnahmen vermitteln kann.

Häufige Fragen

Ist der Geschäftsführer immer der Ausbilder?

Nein. Er kann für den Betrieb handeln und Verträge unterschreiben. Verantwortlicher Ausbilder ist nur die ausdrücklich beauftragte, persönlich und fachlich geeignete Person.

Kann eine juristische Person Ausbildende sein?

Ja. Zum Beispiel kann eine GmbH Vertragspartnerin des Berufsausbildungsvertrags sein. Die unmittelbare Ausbildung übernehmen natürliche Personen.

Quellen

  1. Berufsbildungsgesetz

    Bundesministerium der Justiz · geprüft am 01.09.2026

  2. Rahmenplan der Ausbilder-Eignungsverordnung 2023

    Bundesinstitut für Berufsbildung · geprüft am 01.09.2026