AEVO-Lexikon

Auszubildender

Ein Auszubildender ist eine Person, die aufgrund eines Berufsausbildungsvertrags ausgebildet wird und berufliche Handlungsfähigkeit erwirbt.

Auch genannt
Auszubildende, Azubi, Auszubildende Person

Ein Auszubildender ist eine Person, die aufgrund eines Berufsausbildungsvertrags ausgebildet wird. Sie arbeitet im Betrieb nicht nur mit, sondern soll die berufliche Handlungsfähigkeit erwerben, die für den Beruf notwendig ist.

Was unterscheidet Auszubildende von Beschäftigten?

Bei einem Arbeitsverhältnis steht die vereinbarte Arbeitsleistung im Mittelpunkt. Bei einem BerufsausbildungsverhältnisBerufsausbildungsverhältnisDas Berufsausbildungsverhältnis ist die rechtliche Beziehung zwischen Ausbildenden und Auszubildenden, die durch einen Berufsausbildungsvertrag entsteht.Im Lexikon öffnen → steht der Ausbildungszweck im Mittelpunkt. Betriebliche Aufgaben müssen deshalb dem Ausbildungsziel dienen und zu den körperlichen Kräften der auszubildenden Person passen.

Auszubildende sind trotzdem in den Betrieb eingebunden. Sie erhalten eine Ausbildungsvergütung, besuchen die Berufsschule und lernen an realen Arbeitsaufgaben. Das duale System verbindet diese Lernorte.

Wer schließt den Vertrag und wer bildet aus?

Den Berufsausbildungsvertrag schließt die auszubildende Person mit dem Ausbildenden. Das ist meistens der Ausbildungsbetrieb. Minderjährige brauchen zusätzlich die Beteiligung ihrer gesetzlichen Vertretung.

Für die verantwortliche Durchführung bestellt der Betrieb einen persönlich und fachlich geeigneten Ausbilder. Weitere Fachkräfte können einzelne Inhalte vermitteln. Der Ausbilder behält dabei die Verantwortung für den gesamten Ausbildungsverlauf.

Die Rollen im Ausbildungsalltag

Ben schließt seinen Berufsausbildungsvertrag mit der TechVista GmbH. Damit ist Ben der Auszubildende und die GmbH die Ausbildende. Ein bestellter Ausbilder plant und verantwortet Bens Ausbildung. Während eines Abteilungseinsatzes begleitet ihn zusätzlich eine Fachkraft bei konkreten Arbeitsaufgaben.

Welche Pflichten haben Auszubildende?

§ 13 Berufsbildungsgesetz richtet die Pflichten am Ausbildungsziel aus. Auszubildende sollen sich bemühen, die berufliche Handlungsfähigkeit zu erwerben. Dazu gehören insbesondere diese Aufgaben:

  • übertragene Ausbildungsaufgaben sorgfältig ausführen,
  • an Ausbildungsmaßnahmen teilnehmen,
  • Weisungen im Rahmen der Berufsausbildung befolgen,
  • die betriebliche Ordnung beachten,
  • Werkzeuge, Maschinen und Einrichtungen pfleglich behandeln,
  • Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse wahren,
  • den vorgeschriebenen AusbildungsnachweisBerichtsheft und AusbildungsnachweisDas Berichtsheft ist der schriftliche oder elektronische Ausbildungsnachweis. Auszubildende führen ihn; der Betrieb ermöglicht, prüft und fördert seine Führung.Im Lexikon öffnen → führen.

Diese Pflichten geben dem Betrieb kein Recht, beliebige Arbeiten zu übertragen. Aufgaben ohne Bezug zum Ausbildungszweck werden nicht allein dadurch zulässig, dass sie im Betrieb anfallen.

Welche Rechte schützen das Ausbildungsziel?

Der Ausbildende muss die Ausbildung planmäßig, sachlich und zeitlich gegliedert durchführen. Er stellt die notwendigen AusbildungsmittelAusbildungsmittelAusbildungsmittel sind Gegenstände, Geräte, Materialien oder Systeme, die Auszubildende für eine Lern- oder Arbeitsaufgabe benötigen.Im Lexikon öffnen → kostenlos bereit und stellt Auszubildende für Berufsschule und Prüfungen frei. Die ausführliche Einordnung findest du im Ratgeber zu den Rechten und Pflichten in der Ausbildung.

Für einen Prüfungsfall hilft eine klare Reihenfolge: Kläre zuerst, welches LernzielLernzieleLernziele beschreiben, was eine lernende Person nach einem Lernprozess kann. Sie lassen sich nach Konkretisierungsgrad und Lernbereich ordnen.Im Lexikon öffnen → eine Aufgabe verfolgt. Prüfe dann, ob sie dem Ausbildungsstand entspricht und sicher ausgeführt werden kann. Erst danach beurteilst du, welche Anleitung, Begleitung oder Kontrolle notwendig ist.

Häufige Fragen

Ist "Azubi" die gesetzliche Bezeichnung?

Nein. Das Berufsbildungsgesetz verwendet die Bezeichnung Auszubildender beziehungsweise Auszubildende. "Azubi" ist eine verbreitete Kurzform im Alltag.

Sind Auszubildende normale Arbeitnehmer?

Für den Berufsausbildungsvertrag gelten viele Regeln des Arbeitsrechts. Sein Hauptzweck bleibt aber die Berufsausbildung und nicht die normale Arbeitsleistung.

Quellen

  1. Berufsbildungsgesetz

    Bundesministerium der Justiz · geprüft am 01.09.2026

  2. Rahmenplan der Ausbilder-Eignungsverordnung 2023

    Bundesinstitut für Berufsbildung · geprüft am 01.09.2026