AEVO-Lexikon

Berichtsheft und Ausbildungsnachweis

Das Berichtsheft ist der schriftliche oder elektronische Ausbildungsnachweis. Auszubildende führen ihn; der Betrieb ermöglicht, prüft und fördert seine Führung.

Auch genannt
Ausbildungsnachweis, Ausbildungsnachweise, Ausbildungsnachweisheft

Das Berichtsheft dokumentiert den zeitlichen und sachlichen Verlauf der Berufsausbildung. Der gesetzliche Begriff lautet Ausbildungsnachweis. Er kann schriftlich oder elektronisch geführt werden. Die vereinbarte Form gehört in die Vertragsabfassung des Berufsausbildungsvertrags.

Rollen klar trennen

AuszubildendeAuszubildenderEin Auszubildender ist eine Person, die aufgrund eines Berufsausbildungsvertrags ausgebildet wird und berufliche Handlungsfähigkeit erwirbt.Im Lexikon öffnen → müssen den Ausbildungsnachweis führen. Ausbildende müssen ihnen Gelegenheit geben, den Nachweis am Arbeitsplatz zu führen. Sie müssen außerdem zur ordnungsgemäßen Führung anhalten und den Nachweis regelmäßig durchsehen.

Beteiligte PersonAufgabe
Auszubildende PersonTätigkeiten, Unterweisungen und Unterricht nachvollziehbar dokumentieren
AusbildungspersonEinträge regelmäßig prüfen, Rückmeldung geben und Lücken ansprechen
AusbildendeFührung am Arbeitsplatz ermöglichen und regelmäßige Prüfung sicherstellen

Das BIBB empfiehlt tägliche oder wöchentliche Einträge und eine mindestens monatliche Prüfung. Diese Frist ist eine Empfehlung, keine gesetzliche Monatsfrist.

Bedeutung für Ausbildung und Prüfung

Der Ausbildungsnachweis ist nicht nur eine Formalität für die Zulassung zur AbschlussprüfungAbschlussprüfungDie Abschlussprüfung stellt am Ende einer anerkannten Berufsausbildung fest, ob die berufliche Handlungsfähigkeit erworben wurde. Grundlage sind BBiG und Ausbildungsordnung.Im Lexikon öffnen →. Er hilft, den tatsächlichen Verlauf mit Ausbildungsordnung und betrieblichem Ausbildungsplan zu vergleichen. Fehlende Inhalte oder einseitige Einsätze werden dadurch früher sichtbar.

Für die reguläre Zulassung zur Abschlussprüfung muss ein vorgeschriebener Ausbildungsnachweis geführt worden sein. Wie er vorzulegen oder freizugeben ist, richtet sich nach dem Verfahren der zuständigen StelleKammer und zuständige StelleDie zuständige Stelle überwacht und berät die Berufsausbildung, führt das Verzeichnis der Ausbildungsverhältnisse und organisiert Prüfungen. IHK und HWK sind häufige, aber nicht die einzigen zuständigen Stellen.Im Lexikon öffnen →.

Der Praxisbeitrag Ausbildungsnachweise sinnvoll prüfen zeigt einen konkreten Kontrollablauf.

Häufige Fragen

Darf das Berichtsheft digital geführt werden?

Ja. Das BBiG erlaubt schriftliche oder elektronische Ausbildungsnachweise. Die Form wird im Berufsausbildungsvertrag festgehalten.

Wer muss das Berichtsheft führen?

Die auszubildende Person führt den Nachweis. Der Betrieb ermöglicht und kontrolliert die ordnungsgemäße Führung.

Quellen

  1. Berufsbildungsgesetz

    Bundesministerium der Justiz · geprüft am 01.09.2026

  2. Empfehlung 156 für das Führen von Ausbildungsnachweisen

    Bundesinstitut für Berufsbildung · geprüft am 01.09.2026