- duale Ausbildung, duale Berufsausbildung, duales Ausbildungssystem
Das duale System verbindet die praktische Berufsausbildung im Betrieb mit dem Unterricht an der Berufsschule. Die Lernorte haben unterschiedliche Aufgaben und Rechtsgrundlagen, arbeiten aber auf dasselbe berufliche Ausbildungsziel hin. § 2 BBiG verpflichtet die Lernorte zur Zusammenarbeit.
Welche Aufgaben haben Betrieb und Berufsschule?
| Lernort | Schwerpunkt | Grundlage |
|---|---|---|
| Ausbildungsbetrieb | berufliche Handlungen unter realen betrieblichen Bedingungen vermitteln | Ausbildungsordnung, Ausbildungsrahmenplan und betrieblicher Ausbildungsplan |
| Berufsschule | berufliche und allgemeinbildende Zusammenhänge systematisch erschließen | Rahmenlehrplan und Schulrecht des jeweiligen Landes |
„Praxis im Betrieb, Theorie in der Schule“ ist eine hilfreiche erste Orientierung, aber zu grob als vollständige Trennung. Auch der Betrieb vermittelt notwendiges Wissen. Die Berufsschule arbeitet mit beruflichen Situationen und fördert anwendungsbezogene HandlungskompetenzHandlungskompetenzBerufliche Handlungskompetenz bedeutet, berufliche Situationen fachlich richtig, selbstständig und sozial verantwortlich bewältigen zu können.Im Lexikon öffnen →.
Warum ist Lernortkooperation notwendig?
Betrieb und Berufsschule folgen nicht demselben Plan. Der Betrieb setzt den bundesrechtlichen Ausbildungsrahmenplan in einem betrieblichen Ausbildungsplan um. Die Berufsschule arbeitet mit dem RahmenlehrplanRahmenlehrplanDer Rahmenlehrplan beschreibt den berufsbezogenen Unterricht der Berufsschule für einen anerkannten Ausbildungsberuf.Im Lexikon öffnen → und den Vorgaben des Landes.
LernortkooperationLernortkooperationLernortkooperation ist die inhaltliche und organisatorische Zusammenarbeit von Betrieb, Berufsschule und weiteren Partnern der Ausbildung.Im Lexikon öffnen → stimmt diese Perspektiven ab. Beteiligte können zum Beispiel Zeitpunkte, Lernstände, Projekte oder Unterstützungsbedarf austauschen. Das Ziel ist nicht, an beiden Orten denselben Unterricht zu wiederholen. Beide Lernorte sollen ihre Stärken so verbinden, dass Auszubildende berufliche Aufgaben verstehen und ausführen können.
Aylin lernt in der Berufsschule, Netzwerkadressen zu planen und Fehler systematisch einzugrenzen. Bei TechVista richtet sie anschließend einen Arbeitsplatz unter den betrieblichen Sicherheits- und Dokumentationsregeln ein. Ein abgestimmter Zeitraum hilft ihr, das schulische Modell in einer realen Aufgabe anzuwenden.
Gibt es mehr als zwei Lernorte?
Ja. § 2 BBiG nennt neben Betrieben und berufsbildenden Schulen auch sonstige Berufsbildungseinrichtungen. AusbildungsordnungenAusbildungsordnungEine Ausbildungsordnung ist die bundesweit geltende Rechtsverordnung für einen anerkannten Ausbildungsberuf. Sie regelt Berufsbezeichnung, Dauer, Berufsbild, Ausbildungsrahmenplan und Prüfungsanforderungen.Im Lexikon öffnen → können außerdem überbetriebliche Ausbildungsabschnitte vorsehen. „Dual“ beschreibt das Grundprinzip aus betrieblichem und schulischem Lernen; es bedeutet nicht, dass niemals ein weiterer Lernort beteiligt sein darf.
Ist ein duales Studium dasselbe wie eine duale Berufsausbildung?
Nein. Ein duales Studium verbindet ein Hochschulstudium mit Praxisphasen und kann zusätzlich einen anerkannten Ausbildungsabschluss enthalten. Ob ein konkretes Modell zugleich ein BerufsausbildungsverhältnisBerufsausbildungsverhältnisDas Berufsausbildungsverhältnis ist die rechtliche Beziehung zwischen Ausbildenden und Auszubildenden, die durch einen Berufsausbildungsvertrag entsteht.Im Lexikon öffnen → nach BBiG umfasst, hängt von seiner Ausgestaltung ab. Die Begriffe dürfen deshalb nicht gleichgesetzt werden.
Der Überblick Ausbildung vorbereiten zeigt, wie Betrieb, Berufsschule, zuständige Stelle und betriebliche Planung in Handlungsfeld 2 zusammenkommen. Die rechtlichen Ebenen ordnet Recht in der AEVO ein.
Häufige Fragen
Warum heißt das System dual?
Der Begriff beschreibt das Zusammenwirken der beiden zentralen Lernorte Ausbildungsbetrieb und Berufsschule. Weitere Lernorte können die Ausbildung ergänzen.
Wer legt fest, was im Betrieb vermittelt wird?
Die Ausbildungsordnung enthält den Ausbildungsrahmenplan mit den verbindlichen Mindestinhalten. Der Betrieb überträgt diese Vorgaben in seinen betrieblichen Ausbildungsplan.