- berufliche Handlungskompetenz, Handlungskompetenzen
Berufliche Handlungskompetenz bedeutet, berufliche, gesellschaftliche und persönliche Situationen sachgerecht, durchdacht sowie individuell und sozial verantwortlich bewältigen zu können. In der Ausbildung zeigt sie sich, wenn eine Person Wissen, praktische Fertigkeiten, Selbstständigkeit und Verantwortung in einer realen Aufgabe verbindet.
Aus welchen Dimensionen besteht Handlungskompetenz?
Die Kultusministerkonferenz beschreibt drei miteinander verbundene Dimensionen:
| Dimension | Bedeutung | Beispiel in einer Arbeitsaufgabe |
|---|---|---|
| Fachkompetenz | Aufgaben auf Grundlage von Fachwissen und Können selbstständig und sachgerecht lösen sowie Ergebnisse beurteilen | einen Fehler systematisch eingrenzen und die Lösung fachlich prüfen |
| Humankompetenz | eigene Fähigkeiten, Werte, Verantwortung und Entwicklung reflektieren | eine Unsicherheit benennen und notwendige Unterstützung einholen |
| Sozialkompetenz | Beziehungen und Zusammenarbeit verantwortlich gestalten | Anforderungen abstimmen, Konflikte ansprechen und Entscheidungen verständlich erklären |
Methodenkompetenz, kommunikative Kompetenz und Lernkompetenz sind nach dieser Systematik Bestandteile aller drei Dimensionen. Die verbreitete Aufzählung „Fach-, Methoden-, Sozial- und Personalkompetenz“ kann als vereinfachtes Unterrichtsraster nützlich sein. Sie gibt die KMK-Systematik aber nicht vollständig wieder.
Wie wird Handlungskompetenz sichtbar?
Aylin soll für einen Kundenauftrag eine Netzwerkverbindung einrichten. Sie klärt die Anforderungen, plant ihr Vorgehen, stimmt eine Unterbrechung mit dem Team ab, führt die Arbeit sicher aus, prüft das Ergebnis und dokumentiert eine Abweichung. Erst das Zusammenspiel dieser Handlungen zeigt berufliche Handlungskompetenz.
Ein Wissenstest kann Fachwissen sichtbar machen. Eine einzelne praktische Übung kann eine Fertigkeit zeigen. Beide erfassen aber nur Ausschnitte. Handlungskompetenz wird besonders deutlich, wenn die lernende Person in einer berufstypischen Situation entscheidet, handelt, kontrolliert und Folgen berücksichtigt.
Die Lernzielbereiche kognitiv, affektiv und psychomotorisch sind ebenfalls keine Kompetenzdimensionen. Sie helfen bei der Analyse eines Lernziels. Handlungskompetenz beschreibt dagegen das integrierte Handeln in einer Situation.
Handlungskompetenz oder berufliche Handlungsfähigkeit?
§ 1 Berufsbildungsgesetz nennt als Ziel der Berufsausbildung die berufliche Handlungsfähigkeit. Sie umfasst die Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten, die für eine qualifizierte berufliche Tätigkeit in einer sich wandelnden Arbeitswelt notwendig sind.
Handlungskompetenz ist der pädagogische Leitbegriff, mit dem unter anderem die KMK dieses Ziel genauer beschreibt. Die Begriffe liegen eng beieinander, stammen aber aus unterschiedlichen Regelungs- und Erklärungsebenen. Setze sie deshalb nicht unbesehen als wörtlich identische Rechtsbegriffe ein.
Welche Bedeutung hat Handlungskompetenz für die AEVO?
Der BIBB-Rahmenplan stellt berufliche Handlungskompetenz als Ziel der Ausbildung heraus. In Handlungsfeld 3 entwickelst du Lern- und Arbeitsaufgaben, die nicht nur einzelne Inhalte abfragen, sondern selbstständiges und reflektiertes Handeln ermöglichen. Das Modell der vollständigen Handlung kann dafür ein Planungsraster sein, ist aber nicht der einzige zulässige Lernweg.
Der Guide Didaktische Prinzipien in der AEVO zeigt, wie du LernzielLernzieleLernziele beschreiben, was eine lernende Person nach einem Lernprozess kann. Sie lassen sich nach Konkretisierungsgrad und Lernbereich ordnen.Im Lexikon öffnen →, Vorwissen, Aktivität, Unterstützung und Kontrolle zu einer begründeten Planung verbindest.
Häufige Fragen
Ist Handlungskompetenz dasselbe wie Fachkompetenz?
Nein. Fachkompetenz ist eine Dimension. Berufliche Handlungskompetenz verbindet fachliches Können mit selbstständigem, persönlichem und sozial verantwortlichem Handeln.
Kann eine einzelne Aufgabe Handlungskompetenz vollständig messen?
Eine Aufgabe kann wichtige Anteile sichtbar machen. Eine belastbare Beurteilung braucht jedoch mehrere Beobachtungen in passenden Situationen und darf nicht aus einem isolierten Ergebnis auf die gesamte Kompetenz schließen.