Rechtsgrundlagen

AEVO-Recht: Gesetze für Prüfung und Ausbildung

Für einen Prüfungsfall brauchst du selten nur einen Paragrafen. Du musst erkennen, welche Rechtsgrundlage zur Ausbildungsphase gehört und welche Entscheidung daraus folgt.

Direkte Antwort

Welche Rechtsgrundlage beantwortet welche Frage?

Das BBiG setzt den breiten Rahmen. Weitere Gesetze und Verordnungen konkretisieren einzelne Personen, Situationen und Ausbildungsberufe.

Die Rechtsgrundlagen bilden ein System

Das BBiG regelt die betriebliche Berufsausbildung im Ganzen. Die AEVOAEVOAEVO steht für Ausbilder-Eignungsverordnung. Sie regelt, welche berufs- und arbeitspädagogischen Kompetenzen verantwortliche Ausbilderinnen und Ausbilder nachweisen müssen.Im Lexikon öffnen → konkretisiert den berufs- und arbeitspädagogischen Eignungsnachweis. Die Ausbildungsordnung legt die verbindlichen Mindestinhalte eines konkreten Ausbildungsberufs fest. Schutzgesetze und örtliche Prüfungsordnungen ergänzen diesen Rahmen für bestimmte Personen oder Verfahren.

Beginne deshalb nicht mit einer Liste von Paragrafen. Bestimme zuerst die Ausbildungsphase, die beteiligten Personen und die konkrete Entscheidung. Ein Vertragsfall vor Ausbildungsbeginn braucht andere Regeln als eine Freistellung für die Berufsschule oder die Zulassung zur AbschlussprüfungAbschlussprüfungDie Abschlussprüfung stellt am Ende einer anerkannten Berufsausbildung fest, ob die berufliche Handlungsfähigkeit erworben wurde. Grundlage sind BBiG und Ausbildungsordnung.Im Lexikon öffnen →.

Die folgenden Einstiege führen zu einzelnen Rechtsbereichen. Die grundlegende Ordnung und den Weg durch einen Prüfungsfall erklärt diese Seite direkt.

Grundmodell

Wie hängen BBiG, AEVO und Ausbildungsordnung zusammen?

Die Regelwerke stehen nicht nebeneinander. Sie beantworten Fragen auf unterschiedlichen Ebenen.

Das Berufsbildungsgesetz regelt die betriebliche Berufsausbildung als Ganzes. Es schafft unter anderem die Grundlage für anerkannte Ausbildungsberufe, AusbildungsordnungenAusbildungsordnungEine Ausbildungsordnung ist die bundesweit geltende Rechtsverordnung für einen anerkannten Ausbildungsberuf. Sie regelt Berufsbezeichnung, Dauer, Berufsbild, Ausbildungsrahmenplan und Prüfungsanforderungen.Im Lexikon öffnen → und die Anforderungen an Ausbildungspersonal. Die AEVO konkretisiert den berufs- und arbeitspädagogischen Eignungsnachweis.

Eine Ausbildungsordnung gilt dagegen für einen bestimmten Ausbildungsberuf. Sie legt Mindestinhalte, Ausbildungsdauer, AusbildungsrahmenplanAusbildungsrahmenplanDer Ausbildungsrahmenplan ist ein Teil der Ausbildungsordnung. Er gliedert die betrieblich zu vermittelnden Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sachlich und zeitlich.Im Lexikon öffnen → und Prüfungsanforderungen fest. Der Betrieb setzt diese Vorgaben in seinem betrieblichen Ausbildungsplan um. Für den schulischen Teil gelten Rahmenlehrplan und Schulrecht der Länder.

EbeneLeitfrageBeispiel
BBiGWelche Grundregeln gelten für die betriebliche Berufsausbildung?Vertrag, Pflichten und Eignung
AEVOWelche berufs- und arbeitspädagogische Eignung muss nachgewiesen werden?Planung, Durchführung und Abschluss von Ausbildung
AusbildungsordnungWas ist in einem bestimmten Ausbildungsberuf verbindlich?Mindestinhalte, Dauer und Prüfungsanforderungen
Betrieblicher AusbildungsplanWie organisiert ein Betrieb die Vorgaben konkret?Abteilungen, Zeiträume und Verantwortliche

Anwendung

Wie findest du im Prüfungsfall die passende Regel?

Beginne bei der Situation. Suche erst danach die Rechtsgrundlage.

Bestimme zuerst, in welcher Phase der Ausbildung die Entscheidung fällt. Vor Ausbildungsbeginn geht es häufig um Eignung, Auswahl, Vertrag oder Eintragung. Während der Ausbildung stehen Pflichten, Freistellung, Vergütung, Schutz und Lernorganisation im Vordergrund. Am Ende werden Zulassung, Prüfung, Zeugnis oder Beendigung relevant.

Eine Frage, mehrere mögliche Rechtsbereiche

Aylin fehlt an einem Berufsschultag im Betrieb. Bevor du eine Pflichtverletzung annimmst, prüfst du Unterrichtszeit, Freistellung und Anrechnung nach BBiG. Ist Aylin minderjährig, kann zusätzlich das Jugendarbeitsschutzgesetz relevant sein. Die Ausbildungsphase und das Alter entscheiden damit, welche Regeln du zusammenführen musst.

Rechtsfall kurz prüfen

  • Ausbildungsphase und beteiligte Personen bestimmen.
  • Bundesrecht, regionales Verfahren und betriebliche Regel trennen.
  • Voraussetzungen der passenden Norm am Fall prüfen.
  • Rechtsfolge verständlich auf die Situation beziehen.
  • Bei aktuellen Zahlen oder Formularen den Stand der zuständigen Stelle prüfen.

Häufige Fragen

Muss ich für die AEVO-Prüfung alle Paragrafen auswendig lernen?

Du solltest zentrale Regeln sicher einordnen und anwenden können. Eine Paragrafennummer allein löst keinen Fall. Entscheidend sind Voraussetzungen, Geltungsbereich und Folge.

Gilt die AEVO für alle Personen, die Auszubildende anleiten?

Nicht jede mitwirkende Fachkraft muss selbst verantwortliche Ausbilderin oder verantwortlicher Ausbilder sein. Das BBiG unterscheidet Ausbildende, bestellte Ausbildungspersonen und mitwirkende Personen.

Welche Fassung eines Gesetzes soll ich verwenden?

Nutze den aktuellen amtlichen Gesetzestext. Für eine konkrete Prüfung beachtest du zusätzlich den Rechtsstand und die Hilfsmittelhinweise deiner zuständigen Stelle.

Quellen

  1. Berufsbildungsgesetz

    Bundesministerium der Justiz · geprüft am 01.09.2026

  2. Ausbilder-Eignungsverordnung

    Bundesministerium der Justiz · geprüft am 01.09.2026

  3. Jugendarbeitsschutzgesetz

    Bundesministerium der Justiz · geprüft am 27.08.2026