- betriebliche Ausbildungsplanung, betriebliche Ausbildungspläne
Der betriebliche Ausbildungsplan macht aus den bundesweiten Vorgaben einen umsetzbaren Ablauf für einen bestimmten Ausbildungsbetrieb. Er legt fest, wann, wo, durch wen und anhand welcher betrieblichen Aufgaben die vorgeschriebenen Inhalte vermittelt werden.
Woraus wird der betriebliche Ausbildungsplan abgeleitet?
Die Planung folgt einer klaren Kette:
- Die Ausbildungsordnung regelt den anerkannten Ausbildungsberuf.
- Der enthaltene Ausbildungsrahmenplan gliedert die betrieblichen Inhalte sachlich und zeitlich.
- Der Ausbildungsbetrieb überträgt diese Vorgaben auf seine Abteilungen, Arbeitsprozesse und Lernorte.
Der betriebliche Ausbildungsplan darf keine vorgeschriebenen Inhalte streichen. Er darf Zeiträume und Reihenfolge an betriebliche Abläufe anpassen, wenn das Ausbildungsziel und die vollständige Vermittlung gesichert bleiben.
Was gehört in den Plan?
Ein brauchbarer Plan verbindet mindestens diese Angaben:
| Angabe | Leitfrage |
|---|---|
| Ausbildungsinhalt | Welche Fertigkeit, Kenntnis oder Fähigkeit wird vermittelt? |
| Zeitraum und Dauer | Wann und wie lange wird daran gearbeitet? |
| Lernort | In welcher Abteilung, Werkstatt oder externen Einrichtung findet die Ausbildung statt? |
| Verantwortung | Wer begleitet und kontrolliert den Lernprozess? |
| betriebliche Aufgabe | An welchem Auftrag, Projekt oder Arbeitsprozess wird gelernt? |
| Abstimmung | Welche Berufsschul-, Urlaubs- oder Prüfungszeiten beeinflussen den Ablauf? |
Der BIBB-Rahmenplan zur AEVORahmenplan zur AEVODer Rahmenplan zur AEVO ist eine Empfehlung des BIBB-Hauptausschusses für Lehrgänge zum Erwerb der Ausbildereignung.Im Lexikon öffnen → nennt außerdem individuelle Lernvoraussetzungen, unterschiedliche Lernorte, digitale Lernmöglichkeiten und nachhaltigkeitsbezogene Kompetenzen. Der Plan ist deshalb kein einmalig ausgefüllter Kalender. Die verantwortliche Person überwacht seine Umsetzung und passt ihn an, wenn sich betriebliche Abläufe oder der Lernbedarf verändern.
Die TechVista GmbH ordnet Netzwerktechnik dem Infrastruktur-Team zu. Ein AusbildungsbeauftragterAusbildungsbeauftragterEin Ausbildungsbeauftragter vermittelt abgegrenzte Ausbildungsinhalte im Arbeitsbereich und handelt dabei unter der Verantwortung des bestellten Ausbilders.Im Lexikon öffnen → begleitet dort zwei konkrete Kundenaufträge. Der verantwortliche Ausbilder prüft das Ergebnis und stimmt den Zeitraum mit Berufsschule und Urlaub ab. Einen Inhalt, den TechVista nicht selbst abdecken kann, plant der Betrieb bei einem Kooperationspartner ein.
Ist der Plan Bestandteil des Ausbildungsvertrags?
§ 11 Berufsbildungsgesetz verlangt, dass Art, sachliche und zeitliche Gliederung sowie Ziel der Berufsausbildung im Vertragsinhalt festgehalten werden. In der Praxis wird der betriebliche Ausbildungsplan häufig als Anlage beigefügt. Das Gesetz schreibt aber nicht für jeden Fall ein eigenständiges Dokument mit genau dieser Bezeichnung vor.
Entscheidend ist, dass die Ausbildungsplanung nachvollziehbar festgehalten wird und die Vertragsparteien die maßgebliche Fassung erhalten. Formulare und Anforderungen der zuständigen StelleKammer und zuständige StelleDie zuständige Stelle überwacht und berät die Berufsausbildung, führt das Verzeichnis der Ausbildungsverhältnisse und organisiert Prüfungen. IHK und HWK sind häufige, aber nicht die einzigen zuständigen Stellen.Im Lexikon öffnen → können die konkrete Darstellung vorgeben.
Wodurch unterscheidet er sich vom Versetzungsplan?
Der betriebliche Ausbildungsplan beschreibt die gesamte inhaltliche und zeitliche Umsetzung. Ein Versetzungsplan ordnet häufig nur die Einsätze in Abteilungen oder Lernorten. Er kann ein Teil der Ausbildungsplanung sein, ersetzt aber keinen Plan, aus dem auch Inhalte, Verantwortlichkeiten und LernzieleLernzieleLernziele beschreiben, was eine lernende Person nach einem Lernprozess kann. Sie lassen sich nach Konkretisierungsgrad und Lernbereich ordnen.Im Lexikon öffnen → hervorgehen.
Die vollständige Einordnung in Auswahl, Vertrag und Lernortabstimmung erklärt Handlungsfeld 2: Ausbildung vorbereiten.
Häufige Fragen
Wer erstellt den betrieblichen Ausbildungsplan?
Der Ausbildungsbetrieb erstellt ihn auf Grundlage der Ausbildungsordnung und des Ausbildungsrahmenplans. Die verantwortliche Ausbilderin oder der verantwortliche Ausbilder plant und überwacht die fachliche Umsetzung.
Darf der Plan während der Ausbildung geändert werden?
Ja. Betriebliche Abläufe und individueller Lernbedarf können Anpassungen erfordern. Alle vorgeschriebenen Inhalte und das Ausbildungsziel müssen weiterhin gesichert bleiben.