Handlungsfeld 2: Ausbildung vorbereiten

Erstelle den betrieblichen Ausbildungsplan, begleite die Auswahl und bereite Vertrag, Eintragung und Lernorte vor.

Handlungsfeld 2 umfasst die Zeit vor dem ersten Ausbildungstag. Du überträgst die bundesweiten Vorgaben in einen betrieblichen AusbildungsplanBetrieblicher AusbildungsplanDer betriebliche Ausbildungsplan überträgt den Ausbildungsrahmenplan auf einen konkreten Betrieb. Er ordnet Inhalte den Zeiten, Lernorten, Aufgaben und verantwortlichen Personen zu.Im Lexikon öffnen →, wirkst bei Auswahl und Einstellung mit und bereitest Vertrag, Eintragung und Zusammenarbeit der Lernorte vor.

Die Übersicht der vier Handlungsfelder ordnet diese Vorbereitung zwischen Planung und Durchführung ein.

Worum geht es in Handlungsfeld 2?

Aus einer AusbildungsordnungAusbildungsordnungEine Ausbildungsordnung ist die bundesweit geltende Rechtsverordnung für einen anerkannten Ausbildungsberuf. Sie regelt Berufsbezeichnung, Dauer, Berufsbild, Ausbildungsrahmenplan und Prüfungsanforderungen.Im Lexikon öffnen → entsteht eine konkrete Ausbildung im Betrieb. Dafür brauchst du einen betrieblichen Ausbildungsplan, ein geeignetes Auswahlverfahren, einen vollständigen Berufsausbildungsvertrag und eine abgestimmte Organisation der Lernorte.

Wie wird aus der Ausbildungsordnung ein betrieblicher Plan?

Die Unterlagen bauen aufeinander auf. Diese Ableitungskette ist ein häufiger Prüfungsgegenstand. Der Guide Betrieblichen Ausbildungsplan erstellen führt dich anschließend vom AusbildungsrahmenplanAusbildungsrahmenplanDer Ausbildungsrahmenplan ist ein Teil der Ausbildungsordnung. Er gliedert die betrieblich zu vermittelnden Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sachlich und zeitlich.Im Lexikon öffnen → bis zur vollständigen betrieblichen Planung.

So gehst du vor

  1. Ausbildungsordnung lesen: Sie regelt Berufsbild, Ausbildungsdauer und Prüfungsanforderungen des anerkannten Ausbildungsberufs.
  2. Ausbildungsrahmenplan auswerten: Er gliedert die betrieblichen Inhalte sachlich und zeitlich.
  3. Betrieblichen Ausbildungsplan erstellen: Der Betrieb legt fest, wann, wo, durch wen und in welcher Reihenfolge die Inhalte vermittelt werden.

Der betriebliche Ausbildungsplan berücksichtigt Abteilungen, Aufträge, Urlaubszeiten, Berufsschule und mögliche überbetriebliche Phasen. Er darf die vorgeschriebenen Inhalte nicht streichen. Er darf ihre Reihenfolge aber an betriebliche Abläufe anpassen, wenn das Ausbildungsziel gesichert bleibt.

Vom Rahmenplan zur TechVista-Ausbildung

Der Ausbildungsrahmenplan verlangt Kompetenzen zur Netzwerktechnik. Die TechVista GmbH ordnet diese Inhalte dem Infrastruktur-Team im zweiten Ausbildungshalbjahr zu. Eine AusbildungsbeauftragteAusbildungsbeauftragterEin Ausbildungsbeauftragter vermittelt abgegrenzte Ausbildungsinhalte im Arbeitsbereich und handelt dabei unter der Verantwortung des bestellten Ausbilders.Im Lexikon öffnen → begleitet die Praxis. Der verantwortliche Ausbilder prüft den Lernfortschritt.

Wie wirkt der Betrieb bei der Auswahl mit?

Ein Anforderungsprofil leitet sich aus Ausbildungsberuf, Tätigkeit und betrieblichen Bedingungen ab. Auswahlkriterien müssen sachlich, nachvollziehbar und diskriminierungsfrei sein. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz gilt bereits für Stellenausschreibung und Auswahlverfahren.

Ein strukturiertes Vorgehen verbessert die Vergleichbarkeit:

Checkliste

  • Anforderungen aus Beruf und Betrieb festlegen.
  • Stellenausschreibung verständlich und diskriminierungsfrei formulieren.
  • Bewerbungen nach denselben sachlichen Kriterien prüfen.
  • Gespräche vorbereiten und Ergebnisse nachvollziehbar dokumentieren.
  • Betriebliche Interessenvertretungen nach den geltenden Regeln beteiligen.

Eine Ausschreibung wie „junger deutscher Mann für unser Lagerteam gesucht“ verbindet die Eignung ohne sachlichen Grund mit Alter, Geschlecht und Herkunft. Beschreibe stattdessen die Tätigkeit und die dafür notwendigen Anforderungen, zum Beispiel sorgfältiges Arbeiten, Interesse an logistischen Abläufen und die Bereitschaft zu den betrieblichen Einsatzzeiten. Prüfe jede Anforderung darauf, ob sie für die Ausbildung tatsächlich notwendig ist.

Was gehört zum Berufsausbildungsvertrag?

Der wesentliche Vertragsinhalt muss spätestens vor Beginn der Ausbildung in Textform festgehalten werden. Dazu gehören unter anderem Ziel und Gliederung der Ausbildung, Beginn und Dauer, Ausbildungsstätte, tägliche Ausbildungszeit, Probezeit, Vergütung, Urlaub und Voraussetzungen einer Kündigung.

Jedes BerufsausbildungsverhältnisBerufsausbildungsverhältnisDas Berufsausbildungsverhältnis ist die rechtliche Beziehung zwischen Ausbildenden und Auszubildenden, die durch einen Berufsausbildungsvertrag entsteht.Im Lexikon öffnen → beginnt mit einer Probezeit von mindestens einem und höchstens vier Monaten. Während der Probezeit können beide Vertragsparteien ohne Kündigungsfrist kündigen. Nach der Probezeit gelten die besonderen Kündigungsregeln des Berufsbildungsgesetzes.

Nach der Probezeit kann der Ausbildungsbetrieb nicht ordentlich kündigen. Eine Kündigung ist dann grundsätzlich nur aus wichtigem Grund ohne Frist möglich. Die auszubildende Person kann mit vier Wochen Frist kündigen, wenn sie die Berufsausbildung aufgibt oder sich für einen anderen Beruf ausbilden lassen will. Einzelheiten und Formvorgaben erklärt der Guide zur Kündigung des Ausbildungsverhältnisses.

Wie werden Lernorte und Beteiligte vorbereitet?

Der Betrieb stimmt seine Planung mit Berufsschule und möglichen überbetrieblichen Lernorten ab. Er informiert die beteiligten Fachabteilungen, benennt Ausbildungsbeauftragte und stellt notwendige Räume, Arbeitsmittel und Lernzeiten bereit.

Auch die Anmeldung zur Berufsschule und die Eintragung bei der zuständigen Stelle müssen rechtzeitig erfolgen. Eine klare Einführung hilft der neuen auszubildenden Person, Regeln, Ansprechpersonen und Erwartungen zu verstehen.

Woran erkennst du Handlungsfeld 2 im Prüfungsfall?

Der Fall liegt meist vor Ausbildungsbeginn. Typische Fragen behandeln diese Themen:

ThemaTypische Entscheidung
AusbildungsplanVorgaben auf Abteilungen, Zeiten und Verantwortliche übertragen
Auswahlsachliche Kriterien und diskriminierungsfreies Verfahren anwenden
VertragPflichtangaben und Probezeit richtig einordnen
EintragungUnterlagen an die zuständige Stelle übermitteln
LernorteBetrieb, Berufsschule und weitere Partner abstimmen

Typische Fehler

  • Ausbildungsrahmenplan und betrieblichen Ausbildungsplan gleichsetzen.
  • Die Probezeit außerhalb des Bereichs von einem bis vier Monaten festlegen.
  • Eine Auswahlentscheidung auf nicht sachliche persönliche Merkmale stützen.
  • Annehmen, dass mit der Vertragsunterschrift auch die Eintragung erledigt ist.

Häufige Fragen

Wer erstellt den betrieblichen Ausbildungsplan?

Der Ausbildungsbetrieb erstellt ihn auf Grundlage des Ausbildungsrahmenplans. Die verantwortliche Ausbilderin oder der verantwortliche Ausbilder wirkt fachlich an der betrieblichen Umsetzung mit.

Wie lange dauert die Probezeit?

Nach § 20 BBiG muss die Probezeit mindestens einen Monat und darf höchstens vier Monate dauern.

Was folgt nach der Vorbereitung?

Handlungsfeld 3 behandelt die Durchführung der Ausbildung mit Lernzielen, Methoden, Motivation, Rückmeldung und Lernerfolgskontrolle.

Quellen

  1. Ausbilder-Eignungsverordnung

    Bundesministerium der Justiz · geprüft am 01.09.2026

  2. Berufsbildungsgesetz

    Bundesministerium der Justiz · geprüft am 01.09.2026

  3. Rahmenplan der Ausbilder-Eignungsverordnung 2023

    Bundesinstitut für Berufsbildung · geprüft am 01.09.2026