- überbetriebliche Lehrlingsunterweisung, überbetriebliche Unterweisung, ÜBA, ÜLU
Überbetriebliche Ausbildung ergänzt die Ausbildung im Betrieb durch geplante Ausbildungsabschnitte in einer externen Bildungsstätte. Dort lernen AuszubildendeAuszubildenderEin Auszubildender ist eine Person, die aufgrund eines Berufsausbildungsvertrags ausgebildet wird und berufliche Handlungsfähigkeit erwirbt.Im Lexikon öffnen → Inhalte, die der eigene Betrieb nicht oder nicht im notwendigen Umfang vermitteln kann. Die externe Maßnahme bleibt Teil der Berufsausbildung.
Welche Aufgabe erfüllt die überbetriebliche Ausbildung?
Betriebe unterscheiden sich in Aufträgen, Ausstattung und Spezialisierung. Dadurch können vorgeschriebene Inhalte im normalen Arbeitsablauf fehlen. Eine überbetriebliche Bildungsstätte kann solche Inhalte unter geeigneten Bedingungen vermitteln und den betrieblichen Teil ergänzen.
§ 27 Absatz 2 BBiG schafft dafür den rechtlichen Rahmen: Eine Ausbildungsstätte kann trotz einzelner fachlicher Lücken geeignet sein, wenn Ausbildungsmaßnahmen außerhalb der Ausbildungsstätte die fehlenden Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten vermitteln.
Holzwerk kann einen vorgeschriebenen CNC-Arbeitsprozess nicht im eigenen Betrieb anbieten. Lena besucht deshalb einen geplanten Abschnitt in einer überbetrieblichen Bildungsstätte. Der Ausbilder stimmt vorher Inhalt und Zeitraum ab. Nach dem Abschnitt wertet er die Rückmeldung aus und knüpft mit einer passenden betrieblichen Aufgabe daran an.
Was muss der Betrieb planen?
Die Auslagerung entbindet den Ausbildenden nicht von seiner Verantwortung für eine geordnete Ausbildung. Im betrieblichen Ausbildungsplan sollte deshalb erkennbar sein:
- welcher vorgeschriebene Inhalt extern vermittelt wird,
- welche Bildungsstätte den Abschnitt übernimmt,
- wann der Abschnitt stattfindet,
- wie er mit den betrieblichen Lernaufgaben zusammenhängt,
- wie der Betrieb den Lernfortschritt übernimmt und weiterführt.
Die Lernortkooperation macht aus einem externen Termin einen verbundenen Ausbildungsabschnitt. Bildungsstätte und Betrieb sollten Ziele, Voraussetzungen und Ergebnisse abstimmen.
Überbetrieblich, außerbetrieblich oder im Verbund?
Überbetriebliche Ausbildung ergänzt typischerweise die betriebliche Ausbildung an einem weiteren Lernort. Bei einer außerbetrieblichen Ausbildung führt ein Bildungsträger dagegen wesentliche Teile oder die gesamte Ausbildung außerhalb eines klassischen Ausbildungsbetriebs durch.
Bei einer Verbundausbildung teilen mehrere Betriebe oder Rechtsträger vereinbarte Ausbildungsabschnitte untereinander auf. Die Modelle können sich in der Praxis überschneiden oder unterschiedlich organisiert sein. Für die rechtliche und fachliche Beurteilung ist entscheidend, wer Vertragspartner ist, wer welchen Abschnitt verantwortet und ob alle Ausbildungsinhalte abgedeckt sind.
Warum ist der Begriff in der AEVO wichtig?
Im ersten Handlungsfeld prüfst du die Eignung des Betriebs und mögliche Maßnahmen außerhalb der Ausbildungsstätte. Die AEVOAEVOAEVO steht für Ausbilder-Eignungsverordnung. Sie regelt, welche berufs- und arbeitspädagogischen Kompetenzen verantwortliche Ausbilderinnen und Ausbilder nachweisen müssen.Im Lexikon öffnen → nennt dabei ausdrücklich Ausbildung im Verbund sowie überbetriebliche und außerbetriebliche Ausbildung.
In einem Prüfungsfall reicht es deshalb nicht, nur “externer Kurs” vorzuschlagen. Benenne die fehlenden Inhalte, wähle eine passende Maßnahme und erkläre, wie sie verbindlich in die Ausbildung eingebunden wird. Der Überblick Ausbildung planen ordnet diese Entscheidung in den gesamten Ablauf ein.
Häufige Fragen
Ersetzt die überbetriebliche Ausbildung den Ausbildungsbetrieb?
Nein. Sie ergänzt die betriebliche Ausbildung um vereinbarte Inhalte. Der Ausbildende bleibt für den geordneten Gesamtverlauf verantwortlich.
Ist jede externe Schulung eine überbetriebliche Ausbildung?
Nein. Die Maßnahme muss einen geplanten Ausbildungszweck erfüllen und in den Ausbildungsverlauf eingebunden sein. Eine beliebige Fortbildung oder Veranstaltung genügt dafür nicht.