AEVO-Lexikon

Qualifiziertes Ausbildungszeugnis

Ein qualifiziertes Ausbildungszeugnis ergänzt die Pflichtangaben des einfachen Zeugnisses um Angaben zu Verhalten und Leistung. Auszubildende erhalten es nach § 16 BBiG auf Verlangen.

Auch genannt
Qualifiziertes Zeugnis, qualifiziertes Arbeitszeugnis

Ein Ausbildungsbetrieb muss AuszubildendenAuszubildenderEin Auszubildender ist eine Person, die aufgrund eines Berufsausbildungsvertrags ausgebildet wird und berufliche Handlungsfähigkeit erwirbt.Im Lexikon öffnen → bei Beendigung des Berufsausbildungsverhältnisses ein schriftliches Zeugnis ausstellen. Das einfache Ausbildungszeugnis enthält Art, Dauer und Ziel der Berufsausbildung sowie die erworbenen beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten. Auf Verlangen ergänzt der Betrieb Angaben über Verhalten und Leistung. Erst diese Ergänzung macht es zum qualifizierten Ausbildungszeugnis.

Einfaches und qualifiziertes Zeugnis unterscheiden

InhaltEinfaches ZeugnisQualifiziertes Zeugnis
Art, Dauer und Ziel der Ausbildungenthaltenenthalten
Erworbene Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeitenenthaltenenthalten
Verhaltennicht erforderlichauf Verlangen bewertet
Leistungnicht erforderlichauf Verlangen bewertet

Der gesetzliche Anspruch richtet sich gegen die Ausbildenden, also die Vertragspartei des Berufsausbildungsvertrags. Das Zeugnis der Berufsschule und das Prüfungszeugnis der zuständigen StelleKammer und zuständige StelleDie zuständige Stelle überwacht und berät die Berufsausbildung, führt das Verzeichnis der Ausbildungsverhältnisse und organisiert Prüfungen. IHK und HWK sind häufige, aber nicht die einzigen zuständigen Stellen.Im Lexikon öffnen → erfüllen andere Aufgaben.

Anforderungen an die Erstellung

Das Ausbildungszeugnis muss klar und verständlich formuliert sein. Es darf keine Merkmale oder Formulierungen enthalten, die eine andere Aussage vermitteln sollen als die äußere Form oder der Wortlaut erkennen lässt. Mit Einwilligung der auszubildenden Person kann der Betrieb das Zeugnis elektronisch erteilen.

Eine belastbare Bewertung stützt sich auf dokumentierte Leistungen und bekannte Kriterien. Einzelne Eindrücke oder persönliche Sympathie sind keine ausreichende Grundlage. Der Guide zu Handlungsfeld 4 ordnet Zeugnis und Ausbildungsabschluss zusammen ein.

Zusätzliche Aussage im qualifizierten Zeugnis

Das einfache Zeugnis beschreibt, welche Aufgaben Aylin während ihrer Ausbildung kennengelernt hat. Im qualifizierten Zeugnis bewertet TechVista zusätzlich, wie selbstständig, zuverlässig und fachlich sicher sie diese Aufgaben bearbeitet hat.

Häufige Fragen

Muss der Betrieb automatisch ein qualifiziertes Zeugnis ausstellen?

Nein. Das einfache Zeugnis ist verpflichtend. Angaben zu Verhalten und Leistung werden nach § 16 BBiG auf Verlangen aufgenommen.

Wer stellt das Ausbildungszeugnis aus?

Die Ausbildenden stellen es aus. Hat die verantwortliche Ausbildungsperson nicht selbst ausgebildet, soll auch sie das Zeugnis unterschreiben.

Quellen

  1. Berufsbildungsgesetz

    Bundesministerium der Justiz · geprüft am 01.09.2026

  2. Rahmenplan der Ausbilder-Eignungsverordnung 2023

    Bundesinstitut für Berufsbildung · geprüft am 01.09.2026