AEVO-Lexikon

Sozialformen

Sozialformen beschreiben, in welcher personellen Anordnung gelernt wird, etwa allein, zu zweit, in einer Gruppe oder gemeinsam im Plenum.

Auch genannt
Sozialform, Einzelarbeit, Partnerarbeit, Gruppenarbeit, Plenum

Sozialformen beschreiben, in welcher personellen Anordnung gelernt wird. Typische Formen sind Einzelarbeit, Partnerarbeit, Gruppenarbeit und das gemeinsame Gespräch im Plenum. Die Sozialform bestimmt damit, wer eine Aufgabe bearbeitet und wie die Beteiligten zusammenarbeiten.

Sozialform und Ausbildungsmethode sind nicht dasselbe

Eine Ausbildungsmethode beschreibt den geplanten Lernweg. Die Sozialform ist eine Entscheidung innerhalb dieses Weges. Eine Fallaufgabe kann beispielsweise zuerst allein bearbeitet, anschließend zu zweit verglichen und am Ende im Plenum ausgewertet werden. Dieselbe Methode kann somit mehrere Sozialformen verbinden.

Der BIBB-Rahmenplan nennt Aktions- und Sozialformen im Zusammenhang mit lernaktivitätsfördernden Methoden. Er verlangt außerdem, Größe und Zusammensetzung einer Lerngruppe anforderungsgerecht festzulegen. Die Wahl folgt deshalb dem LernzielLernzieleLernziele beschreiben, was eine lernende Person nach einem Lernprozess kann. Sie lassen sich nach Konkretisierungsgrad und Lernbereich ordnen.Im Lexikon öffnen →, den Lernvoraussetzungen und der konkreten Aufgabe.

Welche Sozialform passt zu welcher Aufgabe?

SozialformTypische StärkeWichtige Grenze
Einzelarbeiteigenes Verständnis und selbstständige Ausführung werden sichtbarAustausch und gegenseitige Unterstützung fehlen zunächst
Partnerarbeitzwei Personen können Entscheidungen direkt vergleichen und erkläreneine Person kann die Aufgabe unbemerkt übernehmen
Gruppenarbeitmehrere Perspektiven und arbeitsteilige Lösungen werden möglichAuftrag, Rollen und Ergebnis müssen klar sein
Plenumgemeinsame Einführung oder Auswertung erreicht alle Beteiligteneinzelne Personen bleiben leicht passiv

Die Tabelle zeigt keine Rangfolge. Eine Sozialform ist passend, wenn sie die gewünschte Lernhandlung unterstützt und die einzelne Leistung bei Bedarf erkennbar bleibt.

Sozialformen bewusst wechseln

Drei AuszubildendeAuszubildenderEin Auszubildender ist eine Person, die aufgrund eines Berufsausbildungsvertrags ausgebildet wird und berufliche Handlungsfähigkeit erwirbt.Im Lexikon öffnen → planen eine Kundenübergabe zunächst jeweils für sich. Danach vergleichen sie ihre Entwürfe in einer Gruppe und einigen sich auf eine gemeinsame Fassung. Im Plenum begründen sie ihre Entscheidung. Der Wechsel verbindet selbstständiges Denken, Zusammenarbeit und gemeinsame Reflexion.

Gruppengröße allein entscheidet nicht

Mehrere anwesende Personen bilden noch keine lernwirksame Gruppe. Eine Gruppenaufgabe braucht einen gemeinsamen Auftrag, einen passenden Zeitrahmen und ein sichtbares Ergebnis. Wenn Zusammenarbeit Teil des Lernziels ist, sollte die Auswertung auch betrachten, wie die Gruppe Entscheidungen getroffen und Verantwortung verteilt hat.

Häufige Fragen

Ist Gruppenarbeit immer handlungsorientiert?

Nein. Gruppenarbeit beschreibt nur die personelle Anordnung. Handlungsorientierung hängt zusätzlich von Aufgabe, Selbstständigkeit, beruflichem Bezug und Auswertung ab.

Kann eine Ausbildungssituation mehrere Sozialformen nutzen?

Ja. Ein sinnvoller Wechsel kann eine Einzelüberlegung, den Austausch in der Gruppe und eine gemeinsame Auswertung verbinden.

Quellen

  1. Rahmenplan der Ausbilder-Eignungsverordnung 2023

    Bundesinstitut für Berufsbildung · geprüft am 01.09.2026