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Ist die AEVO-Prüfung schwer? Durchfallquote und Bestehensquote

Die AEVO-Prüfung ist gut machbar: 2025 haben 89,1 Prozent bestanden. Hier siehst du die amtlichen Zahlen seit 2015 und was die Prüfung trotzdem schwer machen kann.

Die AEVOAEVOAEVO steht für Ausbilder-Eignungsverordnung. Sie regelt, welche berufs- und arbeitspädagogischen Kompetenzen verantwortliche Ausbilderinnen und Ausbilder nachweisen müssen.Im Lexikon öffnen →-Prüfung ist für die meisten machbar, aber kein Selbstläufer. Im Jahr 2025 wurden bundesweit 83.109 von 93.294 Prüfungsteilnahmen bestanden. Das sind 89,1 Prozent. Rund 10.200 Teilnahmen endeten ohne Bestehen, also etwa jede neunte. Im Bereich Industrie und Handel, für den die IHKs zuständig sind, lag die Quote mit 86,1 Prozent niedriger. Die Werte stammen aus der amtlichen Berufsbildungsstatistik (Stand: August 2026).

Schwer machen die Prüfung weniger die Inhalte als ihre Regeln: Beide Prüfungsteile müssen getrennt bestanden werden, Auswahlaufgaben werden häufig nur mit allen richtigen Antworten gewertet und im Fachgespräch begründest du deine Entscheidungen frei. Wie die Prüfung insgesamt aufgebaut ist, zeigt der Überblick zur AEVO-Prüfung.

Wie hoch ist die Durchfallquote der AEVO-Prüfung?

2025 wurden 10,9 Prozent der AEVO-Prüfungen nicht bestanden und 89,1 Prozent bestanden. Im Bereich Industrie und Handel lag der Anteil nicht bestandener Prüfungen bei 13,9 Prozent, im Handwerk bei 1,3 Prozent. Die Statistik zählt alle Prüfungsteilnahmen eines Jahres, Wiederholungen eingeschlossen. Getrennte Quoten für den schriftlichen und den praktischen Teil gibt es nicht.

Bestehensquote und Durchfallquote von 2015 bis 2025

Die Tabelle zeigt für jedes Jahr, wie viele Ausbildereignungsprüfungen abgelegt und wie viele bestanden wurden. Die Durchfallquote ist der Anteil der Teilnahmen, die nicht bestanden wurden. Für 2022 bis 2024 hat das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) die Bestehensquote selbst veröffentlicht. Die übrigen Quoten haben wir aus den amtlichen Werten des Statistischen Bundesamts berechnet.

JahrBestehensquoteDurchfallquoteTeilnahmenBestandenNicht bestanden
201593,1 %6,9 %91.92685.6176.309
201692,9 %7,1 %98.29291.3626.930
201792,7 %7,3 %97.76790.6607.107
201893,0 %7,0 %94.80688.1586.648
201992,7 %7,3 %98.47891.3357.143
202092,1 %7,9 %83.02576.4466.579
202190,5 %9,5 %92.68583.8808.805
202289,2 %10,8 %95.45185.13410.317
202389,2 %10,8 %98.45187.86710.584
202489,6 %10,4 %98.20888.04110.167
202589,1 %10,9 %93.29483.10910.185

Bis 2020 lag die Bestehensquote jedes Jahr bei rund 92 bis 93 Prozent. Seit 2022 liegt sie stabil bei rund 89 Prozent. Der Rückgang zeigt sich vor allem im Bereich Industrie und Handel: Dort wurden von 2015 bis 2019 jedes Jahr rund 91 Prozent der Prüfungen bestanden, von 2022 bis 2025 rund 86 Prozent. Die Statistik nennt keine Gründe für diese Entwicklung.

IHK und Handwerk im Vergleich

Hinter der Gesamtquote stehen sehr unterschiedliche Bereiche. Etwa drei von vier Prüfungen entfallen auf Industrie und Handel. Im Handwerk wird die Prüfung fast immer bestanden.

Ausbildungsbereich 2025BestehensquoteTeilnahmenBestanden
Industrie und Handel86,1 %69.94560.201
Handwerk98,7 %21.29721.030
Öffentlicher Dienst92,3 %1.3621.257
Landwirtschaft90,7 %681618
Alle Bereiche89,1 %93.29483.109

Aus dem Unterschied folgt nicht, dass die Aufgaben bei einer IHK schwerer sind. Die Zahlen schließen Ausbildereignungsprüfungen ein, die als Teil einer Meister- oder Fortbildungsprüfung abgelegt werden. Das BIBB beschreibt die Ausbildereignungsprüfung als festen Bestandteil von Meisterprüfungen. Ob und wie stark das die hohe Quote im Handwerk erklärt, weist die Statistik nicht aus.

Was die Quote aussagt und was nicht

Die Zahl ist die beste verfügbare Antwort auf die Frage, wie viele durchfallen. Sie hat aber Grenzen, die du für deine eigene Einschätzung kennen solltest.

  • Teilnahmen statt Personen: Gezählt wird jede Prüfungsteilnahme in einem Kalenderjahr. Wer wiederholt, kann mehrfach in der Statistik stehen. Die Quote ist deshalb keine Erfolgsquote im ersten Versuch.
  • Gesamtprüfung statt Prüfungsteile: Die Statistik unterscheidet nur bestanden und nicht bestanden. Sie zeigt nicht, an welchem Teil jemand gescheitert ist.
  • Gerundete Werte: Das Statistische Bundesamt rundet jede Zahl aus Datenschutzgründen auf ein Vielfaches von drei. Auf die Quoten hat das praktisch keinen Einfluss.
  • Keine persönliche Prognose: Die Quote sagt nichts über deine Vorbereitung, deine Kammer oder dein Prüfungsformat. Sie ordnet ein, sie sagt nichts voraus.

Die oft genannten 85 Prozent sind nicht amtlich

Viele Websites nennen für die AEVO-Prüfung eine Bestehensquote von 85 Prozent. Eine öffentliche Statistik der DIHK oder einer Behörde mit diesem Wert ist nicht auffindbar. Die amtliche Quote lag von 2015 bis 2025 in jedem Jahr zwischen 89,1 und 93,1 Prozent.

In die Nähe von 85 Prozent kommen nur andere Werte. Im Bereich Industrie und Handel lag die Quote 2022 bei 86,0 Prozent. Für Meisterprüfungen nennt der BIBB-Datenreport 2025 eine Erfolgsquote von 85,0 Prozent im Jahr 2023, das ist aber eine andere Prüfung. Prüfe deshalb bei jeder Quote, welche Prüfung, welches Jahr und welcher Bereich gemeint sind.

Schriftlich oder praktisch: Welcher Teil ist schwerer?

Darauf gibt es keine belastbare Zahl. Weder das Statistische Bundesamt noch das BIBB veröffentlichen getrennte Quoten für den schriftlichen und den praktischen Teil. Auch eine bundesweite Kammerstatistik dazu ist nicht öffentlich. Aussagen wie „die meisten fallen schriftlich durch“ sind Erfahrungswerte und keine Statistik.

Belegbar ist, dass beide Teile Unterschiedliches verlangen. Welcher Teil dir schwerer fällt, hängt deshalb von deinen Stärken ab.

MerkmalSchriftlicher TeilPraktischer Teil
Deine Aufgabevorgegebene Fälle aus allen vier Handlungsfeldern beurteileneine eigene Ausbildungssituation gestalten und begründen
Zeitsoll drei Stunden dauernim Regelfall höchstens 30 Minuten mit Fachgespräch
Typische Hürdegenaues Lesen, Mehrfachauswahl, ZeitdruckLernziel, Methode und Lernerfolgskontrolle schlüssig verbinden

Was die AEVO-Prüfung schwer macht

Die Inhalte der AEVO sind für viele Berufserfahrene gut verständlich. Schwer wird die Prüfung durch die Art, wie sie bewertet wird.

Beide Teile müssen bestanden werden

Der schriftliche und der praktische Teil müssen jeweils mindestens mit „ausreichend“ bewertet sein. Ein sehr guter praktischer Teil gleicht einen nicht bestandenen schriftlichen Teil nicht aus. Das regelt § 4 AEVO bundesweit. Wie die Bewertung im Einzelnen funktioniert, erklärt die Seite Bewertung und Bestehen der AEVO-Prüfung.

Alles oder nichts bei Auswahlaufgaben

Bei bundeseinheitlichen IHK-Aufgaben ist das Alles-oder-Nichts-PrinzipAlles-oder-Nichts-PrinzipBeim Alles-oder-Nichts-Prinzip zählt eine Aufgabe nur dann als richtig, wenn alle richtigen und keine falschen Antworten ausgewählt wurden. Teilpunkte gibt es nicht.Im Lexikon öffnen → verbreitet. Eine Auswahlaufgabe zählt dann nur, wenn du alle richtigen und keine falsche Antwort markierst. Diese Regel steht nicht in der AEVO, sondern in den Unterlagen der Kammern. Andere Prüfungsformate können anders bewerten.

Eine fehlende Markierung kostet die ganze Aufgabe

Eine Aufgabe hat zwei richtige Antworten. Du erkennst eine davon sicher und lässt die zweite aus, weil du unsicher bist. Nach dem Alles-oder-Nichts-Prinzip bekommst du für diese Aufgabe keinen Punkt. Halbes Wissen bringt hier also nichts ein.

Wenig Zeit für jede Aufgabe

Mehrere aktuelle IHK-Merkblätter nennen 80 Aufgaben in 180 Minuten. Rechnerisch bleiben dir damit etwa 2 Minuten und 15 Sekunden pro Aufgabe. In dieser Zeit liest du auch die Ausgangssituation, zu der mehrere Aufgaben gehören. Wer nur einzelne Fragen ohne Zeitlimit geübt hat, merkt den Unterschied oft erst in der Prüfung.

Fälle statt Wissensabfrage

Die Aufgaben beschreiben betriebliche Situationen. Eine Antwort kann einen richtigen Fachbegriff enthalten und im konkreten Fall trotzdem falsch sein. Auswendig gelernte Definitionen helfen deshalb nur, wenn du sie auf den Fall anwenden kannst.

Das Fachgespräch prüft deine Begründung

Im praktischen Teil erklärst du nach deiner Präsentation oder Durchführung, warum du so geplant hast. Der PrüfungsausschussPrüfungsausschussEin Prüfungsausschuss nimmt Prüfungsleistungen ab, bewertet sie und entscheidet über das Bestehen. Die zuständige Stelle errichtet und beruft den Ausschuss.Im Lexikon öffnen → fragt nach Alternativen und Anpassungen. Eine gute Folie hilft dir dabei wenig, wenn du die Entscheidung dahinter nicht begründen kannst.

Woran Prüflinge typischerweise scheitern

Warum jemand nicht besteht, erfasst keine amtliche Statistik. Die folgenden Muster leiten wir aus der Bewertungslogik und aus veröffentlichten Kammerhinweisen ab. Sie sind keine Rangliste und keine Messung.

Im schriftlichen Teil entstehen die meisten Fehler beim Anwenden, nicht beim Wissen:

Typische Fehler im schriftlichen Teil

  • Eine bekannte Antwort wiedererkennen, ohne den konkreten Fall zu prüfen.
  • Ausbildenden und Ausbilder als dieselbe Rolle behandeln.
  • Eine zusätzliche Antwort markieren, weil sie auch irgendwie stimmt.
  • Die Zeit für vollständige Aufgabensätze nie unter Prüfungsbedingungen getestet haben.

Die Strategie für Auswahlaufgaben zeigt, wie du solche Fehler Schritt für Schritt vermeidest.

Im praktischen Teil beginnen die Probleme meist schon bei der Planung:

Typische Fehler im praktischen Teil

  • Ein ganzes Fachthema statt eines begrenzten Lernschritts wählen.
  • Ein Lernziel formulieren, das sich nicht beobachten lässt.
  • Die Methode festlegen, bevor das Lernziel klar ist.
  • Antworten für das Fachgespräch auswendig lernen, statt Entscheidungen zu begründen.

Die Seite Typische Fehler der praktischen AEVO-Prüfung erklärt zehn solcher Fehler und wie du sie korrigierst.

Teste deinen Stand mit kostenlosen Prüfungsfragen

Ob die Prüfung für dich schwer wird, zeigt eine Übung besser als jede Quote. Unsere kostenlosen AEVO-Prüfungsfragen enthalten 60 Übungsfragen aus allen vier Handlungsfeldern mit Lösung und Begründung. Dazu kannst du 25 weitere Fragen als PDF herunterladen.

Bearbeite die Fragen ohne Hilfe und notiere bei jedem Fehler die Ursache. Fehlte dir eine Regel, hast du den Fall falsch eingeordnet oder hast du bei der Mehrfachauswahl eine Antwort zu viel markiert? Diese Auswertung zeigt dir, wo deine Vorbereitung ansetzen sollte.

Wenn es beim ersten Versuch nicht klappt

Eine nicht bestandene AEVO-Prüfung kannst du zweimal wiederholen. Einen bereits bestandenen Prüfungsteil musst du dabei grundsätzlich nicht noch einmal ablegen. Frist, Gebühr und Termin regelt deine zuständige StelleKammer und zuständige StelleDie zuständige Stelle überwacht und berät die Berufsausbildung, führt das Verzeichnis der Ausbildungsverhältnisse und organisiert Prüfungen. IHK und HWK sind häufige, aber nicht die einzigen zuständigen Stellen.Im Lexikon öffnen →. Wie du den nächsten Versuch planst, erklärt die Anleitung AEVO-Prüfung nicht bestanden.

Häufige Fragen

Ist der Ausbilderschein schwer?

Für die meisten ist er machbar. 2025 wurden bundesweit 89,1 Prozent der AEVO-Prüfungen bestanden. Schwer wird die Prüfung vor allem durch die getrennte Bewertung beider Teile, die Alles-oder-Nichts-Regel bei Auswahlaufgaben, den Zeitdruck und das Fachgespräch.

Wie viele fallen durch die AEVO-Prüfung?

2025 wurden 10.185 von 93.294 Prüfungsteilnahmen nicht bestanden. Das sind 10,9 Prozent. Wiederholungsversuche sind darin enthalten, die Zahl der durchgefallenen Personen kann deshalb etwas niedriger liegen.

Wie hoch ist die Durchfallquote bei der IHK?

Im Ausbildungsbereich Industrie und Handel, für den die IHKs zuständig sind, wurden 2025 13,9 Prozent der Prüfungen nicht bestanden. Eine eigene Durchfallquote veröffentlicht die DIHK nicht.

Wie viele Punkte brauche ich zum Bestehen?

Viele Prüfungsordnungen und IHK-Formate nutzen 100 Punkte und häufig 50 Punkte als Grenze für den schriftlichen Teil. Die AEVO selbst verlangt in jedem Teil mindestens ausreichend. Maßgeblich ist die Prüfungsordnung deiner zuständigen Stelle.

Gibt es aktuellere Zahlen als 2025?

Nein. Das Statistische Bundesamt hat die Berufsbildungsstatistik 2025 im August 2026 veröffentlicht. Die Zahlen für 2026 erscheinen voraussichtlich im Laufe des Jahres 2027.

Quellen

  1. Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2026

    Bundesinstitut für Berufsbildung · geprüft am 07.09.2026

  2. Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2025

    Bundesinstitut für Berufsbildung · geprüft am 19.10.2026

  3. Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2024

    Bundesinstitut für Berufsbildung · geprüft am 03.09.2026

  4. Ausbilder-Eignungsverordnung

    Bundesministerium der Justiz · geprüft am 01.09.2026

  5. Merkblatt zur Prüfung nach der Ausbilder-Eignungsverordnung 2026

    Industrie- und Handelskammer Würzburg-Schweinfurt · geprüft am 07.09.2026

  6. Handreichung zur Ausbilder-Eignungsprüfung

    Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main · geprüft am 27.08.2026