Hilfsmittel der AEVO-Prüfung

Prüfe erlaubte Gesetzestexte, Markierungen und örtliche Vorgaben für den schriftlichen und praktischen Prüfungsteil.

Welche Hilfsmittel erlaubt sind, hängt vom Prüfungsteil und vom Aufgabenformat deiner zuständigen StelleKammer und zuständige StelleDie zuständige Stelle überwacht und berät die Berufsausbildung, führt das Verzeichnis der Ausbildungsverhältnisse und organisiert Prüfungen. IHK und HWK sind häufige, aber nicht die einzigen zuständigen Stellen.Im Lexikon öffnen → ab. Bei bundeseinheitlichen IHK-Aufgaben sind bestimmte unkommentierte Gesetzestexte zugelassen. Stellen mit eigenen Aufgaben können davon abweichen. Für den praktischen Teil gelten zusätzlich örtliche Regeln zu Konzept, Medien und Material.

Die Übersicht zur AEVO-Prüfung trennt den bundesweiten Rahmen von regionaler Organisation. Hier bereitest du die Hilfsmittel konkret vor.

Die Einladung hat Vorrang

Nutze die aktuelle Hilfsmittelliste deiner zuständigen Stelle und gleiche sie mit deiner Einladung ab. Nimm kein Buch, keine Notiz und kein Gerät mit, dessen Zulässigkeit du nur aus einem Kurs oder einer allgemeinen Internetseite ableitest.

Zugelassene Gesetzestexte im schriftlichen Teil

Das DIHK-Hilfsmittelverzeichnis für bundeseinheitliche AEVOAEVOAEVO steht für Ausbilder-Eignungsverordnung. Sie regelt, welche berufs- und arbeitspädagogischen Kompetenzen verantwortliche Ausbilderinnen und Ausbilder nachweisen müssen.Im Lexikon öffnen →-Prüfungen nennt dokumentenechtes Schreibmaterial und unkommentierte Gesetzestexte zur Berufsbildung. Dazu gehören insbesondere:

  • Ausbilder-Eignungsverordnung (AEVO),
  • Berufsbildungsgesetz (BBiG),
  • Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG),
  • Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG),
  • Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG),
  • Mutterschutzgesetz (MuSchG),
  • Bundesurlaubsgesetz (BUrlG),
  • einschlägige Musterprüfungsordnungen.

Eine Gesetzessammlung ist zulässig, wenn die erlaubten Texte darin enthalten sind und die Ausgabe die Vorgaben erfüllt. Das Verzeichnis sagt zugleich, dass die Aufgaben grundsätzlich auch ohne Nutzung der Gesetzestexte lösbar sein sollen. Die Sammlung ist deshalb ein Werkzeug für gezielte Kontrollen und kein Ersatz für Fallverständnis.

Markierungen dürfen keine Erklärung enthalten

In den genannten bundeseinheitlichen Formaten sind Klebezettel, Unterstreichungen und reine Normenverweise zulässig. Eine inhaltliche Erklärung macht aus dem Gesetzestext dagegen eine kommentierte Fassung.

VorbereitungTypische Einordnung im DIHK-Verzeichnis
farbliche Unterstreichungzulässig
Klebezettel mit Gesetz oder Paragraphzulässig
Verweis auf eine andere Normzulässig
eigene Zusammenfassung neben dem Paragraphennicht zulässig
Prüfungsschema oder Beispiel im Buchnicht zulässig

Halte Beschriftungen knapp und funktional. ”§ 20 Probezeit” hilft beim Finden. Ein vollständiger Satz mit Voraussetzungen und Rechtsfolge wäre eine inhaltliche Ergänzung.

Der Rechtsstand hängt vom Prüfungshalbjahr ab

Für bundeseinheitliche IHK-Aufgaben nennt das DIHK-Verzeichnis zwei Stichtage. Im ersten Halbjahr wird der Rechtsstand vom 31. Dezember des Vorjahres zugrunde gelegt. Im zweiten Halbjahr ist es der 30. Juni des laufenden Jahres.

Prüfe deshalb nicht nur den Titel deiner Gesetzessammlung. Prüfe Ausgabe, Nachträge und den von der zuständigen Stelle genannten Rechtsstand. Bei eigenen Aufgaben kann eine Stelle andere Vorgaben machen.

Die Gesetzessammlung gezielt nutzen

Öffne sie nicht reflexartig bei jeder Rechtsaufgabe. Ordne zuerst Person, Ausbildungsphase und gesuchte Entscheidung ein. Schlage nur nach, wenn eine konkrete Voraussetzung, Frist oder Ausnahme offen bleibt.

So gehst du vor

  1. Fall lesen und beteiligte Rollen markieren.
  2. Gesuchte Entscheidung in eigenen Worten formulieren.
  3. Passende Regel aus dem Wissen anwenden.
  4. Nur eine konkrete Unsicherheit im Gesetzestext prüfen.
  5. Antwort erneut am gesamten Fall kontrollieren.

Trainiere diese Reihenfolge vor der Prüfung. Wer eine Sammlung zum ersten Mal unter Zeitdruck benutzt, verliert schnell mehr Zeit beim Suchen, als der Text spart.

Hilfsmittel für den praktischen Teil

§ 4 AEVO schreibt kein einheitliches Medienpaket und kein bundesweit verpflichtendes schriftliches Konzept vor. Deine zuständige Stelle kann trotzdem ein Themenblatt, einen Entwurf, Ausdrucke, bestimmte Anschlüsse oder eine Person für die Durchführung verlangen.

Plane nur Medien, die für LernzielLernzieleLernziele beschreiben, was eine lernende Person nach einem Lernprozess kann. Sie lassen sich nach Konkretisierungsgrad und Lernbereich ordnen.Im Lexikon öffnen → und Ausbildungssituation eine erkennbare Aufgabe haben. Eine zusätzliche Folie oder ein aufwendiges Modell verbessert die didaktische Entscheidung nicht automatisch.

Checkliste

  • Geforderte Anzahl der Konzept- oder Themenblätter ist vorbereitet.
  • Präsentationsdatei liegt in einem akzeptierten Format und zusätzlich als Sicherung vor.
  • Adapter, Kabel und notwendige betriebliche Materialien sind geklärt.
  • Material verletzt weder Datenschutz noch betriebliche Geheimhaltung.
  • Ein technischer Ausfall lässt sich mit einer einfachen Ersatzdarstellung auffangen.
  • Eine beteiligte Person ist nur eingeplant, wenn Form und Kammerregel dazu passen.

Der Guide Konzept für die praktische Prüfung erstellen hilft dir, notwendige Unterlagen von reiner Dekoration zu trennen.

So führst du die letzte Hilfsmittelkontrolle durch

Lege Einladung, aktuelle Hilfsmittelliste und deine tatsächlichen Materialien nebeneinander. Prüfe jeden Gegenstand gegen eine konkrete Erlaubnis. Packe die Unterlagen danach zusammen und verändere die Gesetzessammlung nicht mehr.

Wenn sich zwei Dokumente widersprechen, frage die zuständige Stelle vor dem Termin. Eine Antwort aus einem Forum oder Kurs kann eine örtliche Prüfungsanweisung nicht überstimmen.

Häufige Fragen

Darf ich in den Gesetzestexten markieren?

Bei bundeseinheitlichen IHK-Aufgaben sind Unterstreichungen, Klebezettel und Normenverweise nach dem DIHK-Verzeichnis zulässig. Eigene inhaltliche Kommentare sind es nicht. Prüfe die Vorgabe deiner Stelle.

Brauche ich Gesetzestexte, um zu bestehen?

Die bundeseinheitlichen Aufgaben sollen grundsätzlich auch ohne Gesetzestexte lösbar sein. Eine vertraute Sammlung kann bei gezielten Unsicherheiten helfen, ersetzt aber kein Fallverständnis.

Darf ich einen Taschenrechner mitbringen?

Das lässt sich nicht allgemein beantworten. Nimm ihn nur mit, wenn die aktuelle Hilfsmittelliste oder Einladung deiner zuständigen Stelle ihn zulässt.

Quellen

  1. Ausbilder-Eignungsverordnung

    Bundesministerium der Justiz · geprüft am 01.09.2026

  2. Zugelassene Hilfsmittel für die bundeseinheitliche AEVO-Prüfung

    DIHK-Bildungs-gGmbH · geprüft am 01.09.2026

  3. Handreichung zur Ausbilder-Eignungsprüfung

    Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main · geprüft am 27.08.2026

  4. Ausbildereignungsprüfung: Termine und Prüfungsdetails 2026

    Industrie- und Handelskammer Koblenz · geprüft am 01.09.2026