Den Ausbilderschein kannst du online vorbereiten, aber nicht online ablegen. Die Prüfung findet bei der zuständigen StelleKammer und zuständige StelleDie zuständige Stelle überwacht und berät die Berufsausbildung, führt das Verzeichnis der Ausbildungsverhältnisse und organisiert Prüfungen. IHK und HWK sind häufige, aber nicht die einzigen zuständigen Stellen.Im Lexikon öffnen → statt, meist bei einer Industrie- und Handelskammer oder Handwerkskammer. Den schriftlichen Teil schreiben viele Kammern inzwischen digital am PC oder Tablet, aber in ihren eigenen Räumen. Den praktischen Teil legst du vor Ort vor dem Prüfungsausschuss ab. Eine AEVO-Prüfung von zu Hause haben wir bei keiner Kammer gefunden (Stand: Oktober 2026).
Diese Seite gehört zum Überblick über den Ausbilderschein. Sie klärt, welche Schritte online gehen und welche nicht.
Online lernen, vor Ort prüfen
Kurs, Übungsaufgaben und oft auch die Anmeldung laufen online. Die Prüfung selbst ist an einen Ort gebunden, den die zuständige Stelle festlegt. Ein Online-Kurs kann dich gut vorbereiten. Er stellt aber keinen Ausbilderschein aus.
Was online geht und was nicht
Der Weg zum Ausbilderschein hat mehrere Schritte. Die Tabelle zeigt für jeden Schritt, ob du ihn online erledigen kannst.
| Schritt | Online möglich? | Was du wissen solltest |
|---|---|---|
| Vorbereitung | ja | Live-Onlinekurse, Selbstlernkurse, Fernlehrgänge und Apps bereiten auf die Prüfung vor. |
| Anmeldung zur Prüfung | oft ja | Viele Stellen nutzen ein Onlineportal. Manche verlangen ein Formular. |
| Schriftlicher Prüfungsteil | nein | Er läuft häufig digital am PC oder Tablet, aber in den Räumen der zuständigen Stelle. |
| Praktischer Prüfungsteil | nein | Präsentation oder Durchführung und Fachgespräch finden in Präsenz statt. |
| Ergebnis | teilweise | Ein Ergebnis kann im Onlineportal erscheinen. Verbindlich sind Bescheid und Zeugnis. |
Digitale Prüfung heißt nicht Prüfung von zu Hause
Der Begriff „Online-Prüfung“ führt leicht in die Irre. Die IHK Heilbronn-Franken spricht zum Beispiel von einer Online-Prüfung am PC. Gemeint ist eine Prüfung am Rechner in einem Prüfungszentrum der Kammer, nicht am eigenen Laptop zu Hause.
Mehrere Kammern haben den schriftlichen Teil vollständig auf digitale Geräte umgestellt. Die IHK zu Leipzig führt ihn seit Dezember 2025 ausschließlich am PC durch. Die IHK Koblenz prüft ihn seit dem 1. Januar 2026 ausschließlich digital in eigenen Prüfungszentren. Sie schreibt ausdrücklich, dass die praktische Prüfung in Präsenz bleibt. Die IHK Lüneburg-Wolfsburg lässt den schriftlichen Teil auf Tablets an ihren Standorten schreiben.
Andere Stellen arbeiten weiter mit anderen Verfahren. Die digitale Durchführung ist verbreitet, aber nicht bundesweit vorgeschrieben. Welche Form für dich gilt, steht in deiner Einladung und im Merkblatt deiner zuständigen Stelle.
Das Berufsbildungsgesetz erlaubt in § 42a unter Bedingungen, dass einzelne Prüfende per Videokonferenz an einer Prüfung teilnehmen. Prüfungsordnungen für AEVOAEVOAEVO steht für Ausbilder-Eignungsverordnung. Sie regelt, welche berufs- und arbeitspädagogischen Kompetenzen verantwortliche Ausbilderinnen und Ausbilder nachweisen müssen.Im Lexikon öffnen →-Prüfungen können diese Regel übernehmen. Auch dann bist du an einem Ort, den die zuständige Stelle festlegt, und mindestens eine prüfende Person ist am selben Ort. Eine Prüfung von zu Hause ist damit nicht gemeint.
Wo du die Prüfung nach einem Online-Kurs ablegst
Ein Online-Kurs hat keinen festen Ort. Deshalb fragen sich viele, bei welcher Kammer sie sich danach anmelden. Die IHK Lüneburg-Wolfsburg beantwortet das so: Wer an einem Onlinekurs teilgenommen hat, legt die Prüfung bei der Kammer ab, in deren Bezirk er wohnt oder arbeitet.
Andere Stellen können ihre Zuständigkeit anders regeln. Kläre sie deshalb vor der Buchung, damit Prüfungstermin und Kursende zusammenpassen. Wie du die richtige Stelle findest, erklärt die Seite IHK oder HWK. Den Ablauf der Anmeldung beschreibt Zur AEVO-Prüfung anmelden.
Welche Online-Vorbereitung es gibt
Online heißt nicht überall dasselbe. Vier Formen kommen häufig vor:
- Onlinekurs live: Eine Lehrkraft unterrichtet zu festen Zeiten im virtuellen Klassenraum.
- Online-Selbstlernkurs: Du lernst mit Videos und Übungen in deinem Tempo, meist mit befristetem Zugang.
- Fernlehrgang: Du bearbeitest Lernmaterial und Einsendeaufgaben, die eine Lehrkraft korrigiert.
- Lern-App oder Prüfungstrainer: Du übst Aufgaben und wiederholst unsichere Themen.
Preise, Dauer, Feedback und Förderung dieser Formen vergleicht die Seite AEVO-Vorbereitung im Vergleich. Dort steht auch, woran du eine gute Übungs-App erkennst.
Den praktischen Teil online vorbereiten
Für den schriftlichen Teil eignet sich Online-Lernen gut. Beim praktischen Teil stößt es an Grenzen. Du präsentierst eine AusbildungssituationAusbildungssituationEine Ausbildungssituation ist ein begrenzter berufstypischer Lernanlass, in dem eine lernende Person ein konkretes Ausbildungsziel erreichen soll.Im Lexikon öffnen → oder führst sie durch und begründest deine Entscheidungen im Fachgespräch. Das übst du am besten vor Menschen, die nachfragen.
Eine Probe per Videokonferenz kann helfen. Du siehst, ob du in der Zeit bleibst und ob dein Ablauf verständlich ist. Eine praktische Durchführung mit Material und einer lernenden Person lässt sich per Video aber nur eingeschränkt beurteilen. Plane deshalb mindestens eine Probe in Präsenz ein, zum Beispiel mit einer erfahrenen Ausbildungsperson im Betrieb. Wie du das Fachgespräch vorbereitest, zeigt die Seite zur praktischen Prüfung.
So erkennst du ein seriöses Online-Angebot
Prüfe ein Online-Angebot vor der Buchung
- Das Angebot sagt klar, dass es auf die Prüfung vorbereitet und die Prüfung bei der zuständigen Stelle stattfindet.
- Der Preis nennt, ob die Prüfungsgebühr enthalten ist. Meist ist sie es nicht.
- Die Inhalte decken alle vier Handlungsfelder nach dem 2023 neu gefassten Rahmenplan ab.
- Die Leistungsbeschreibung sagt, ob du Rückmeldung zu deinem Konzept oder eine Probe des praktischen Teils bekommst.
- Zugangsdauer, Verlängerung, Kündigung und Widerruf stehen vor dem Kauf fest.
- Ein Impressum nennt den Anbieter mit Anschrift.
- Ein Fernlehrgang nennt eine Zulassungsnummer der ZFU, die du in deren Lehrgangssuche prüfen kannst.
- Eine Förderung mit Bildungsgutschein ist nur möglich, wenn Träger und Maßnahme zugelassen sind. Kläre sie vor der Buchung mit der Agentur für Arbeit.
Sei vorsichtig bei Versprechen wie „Ausbilderschein komplett online“ oder einem Zertifikat, das wie ein Ausbilderschein aussieht. Den Nachweis über die berufs- und arbeitspädagogische EignungBerufs- und arbeitspädagogische EignungBerufs- und arbeitspädagogische Eignung ist die Kompetenz, eine Berufsausbildung in vier Handlungsfeldern selbstständig zu planen, durchzuführen und zu kontrollieren.Im Lexikon öffnen → stellt nur die zuständige Stelle nach bestandener Prüfung aus. Eine Bestehensgarantie ändert nichts an den Anforderungen der Prüfung.
Häufige Fragen
Kann ich den Ausbilderschein komplett online machen?
Nein. Die Vorbereitung geht online, die Prüfung nicht. Den schriftlichen und den praktischen Teil legst du an einem Ort ab, den die zuständige Stelle festlegt.
Ist die schriftliche AEVO-Prüfung am Computer?
Bei vielen Kammern ja. Die IHK zu Leipzig und die IHK Koblenz prüfen den schriftlichen Teil zum Beispiel ausschließlich digital. Andere Stellen nutzen Tablets oder weiterhin andere Verfahren. Maßgeblich ist deine Einladung.
Gibt es die AEVO-Prüfung per Videokonferenz von zu Hause?
Wir haben dafür keine Kammer gefunden (Stand: Oktober 2026). Das Berufsbildungsgesetz erlaubt für Abschlussprüfungen unter Bedingungen nur, dass einzelne Prüfende per Video teilnehmen. Prüfungsordnungen für AEVO-Prüfungen können diese Regel übernehmen. Du selbst bist auch dann an einem Ort, den die zuständige Stelle festlegt.
Ist ein Online-Kurs genauso viel wert wie ein Präsenzkurs?
Für den Ausbilderschein zählt nur die bestandene Prüfung. Die Lernform spielt dafür keine Rolle. Wichtig ist, ob der Kurs dich auf beide Prüfungsteile vorbereitet.
Bei welcher Kammer prüfe ich nach einem Online-Kurs?
In der Regel bei der Stelle, in deren Bezirk du wohnst oder arbeitest. Die genaue Regel nennt deine zuständige Stelle. Kläre sie vor der Buchung.